Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Soziales Engagement der Kirchen fördern - 2. ökumenisch durchgeführter Lehrgang Diakonieanimation



 
ST. GALLEN. Kürzlich fand die Diplomfeier für den zweiten Lehrgang Diakonie-Animation statt. Diese zweijährige nebenberufliche Weiterbildung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Berufsfeldern der kirchlichen Arbeit dient dem Ziel, das soziale Engagement in Kirchgemeinden und Pfarreien zu fördern – durch den Anstoss neuer Projekte und die Begleitung von bereits bestehenden diakonischen Gruppen.
 
Hauptverantwortlich für den Kurs sind Niklaus Bayer, Caritas St. Gallen (Fachstelle Diakonie des Bistums St. Gallen) und Marlise Schiltknecht, Arbeitsstelle für Diakonie der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen. Zwei Jahre lang besuchen die Absolventinnen und Absolventen Module zu Themen wie Armut, Fremde unter uns, Isolation, Erwerbslosigkeit oder Lebensübergänge und Krisen. Gleichzeitig wird die persönliche Auseinandersetzung der eigenen Glaubensidentität und der Theologie der Diakonie vertieft. Zusätzlich werden organisatorische Fragen wie Umgang mit Ressourcen in den Kirchenstrukturen, die Anbindung diakonischer Projekte in die Strukturen von Kirchgemeinden/Pfarreien oder Öffentlichkeitsarbeit besprochen.

Eigenes Projekt
Um das Diplom zu erhalten, lancieren und begleiten die Teilnehmenden zudem ein eigenes diakonisches Projekt vor Ort. Die acht Absolventinnen und Absolventen stellten ihre Projekte anlässlich der Diplomfeier im Seminarhotel Idyll, Gais vor (siehe Kasten unten). Armut, Erwerbslosigkeit, Migrationsfamilien oder die Vermittlung von Begleitpersonen für verschiedenste Bereiche sind Stichworte zu diesen Projekten, die in den jeweiligen Pfarreien/Kirchgemeinden gut angelaufen sind.

Kirchenleitungen gratulierten
Nebst der Kursleitung, gratulierten Franz Kreissl, Leiter Amt für Pastoral und Bildung, Mitglied der Bistumsleitung, und Margrit Eggenberger, Kirchenrätin evang.-ref. Kirche des Kantons St. Gallen (Ressorts Jugend und Diakonie) den Absolventinnen und Absolventen. Franz Kreissl bezeichnete die Diakonie als etwas, was zwar allen wichtig sei, was auch alle könnten, aber genauso oft von allen vernachlässigt werde. Anhand einer erblühenden Pflanze veranschaulichte Kirchenrätin Margrit Eggenberger, dass diakonisches Handeln mit Pflege, Liebe und viel Geduld zu tun habe. Sie wünschte allen Gottes Begleitung und viel Befriedigung für ihr diakonisches Engagement. (inf./Sabine Rüthemann)

Die Diakonieprojekte
Kari Bürgler, Seelsorgeeinheit Uzwil und Umgebung, hat mit „Zwischentöne“ einen Chor für Erwerbslose ins Leben gerufen. Nebst dem Singen gehören gemeinsames Kochen, Essen und Zeit für Begegnung und Gespräche zum Konzept.
Ueli Bächtold, von der evang.-ref. Kirchgemeinde Tablat, hat mit dem K’Treff in Wittenbach einen Begegnungsort und eine „Ein-Franken-Einkaufsmöglichkeit“ für Armutsbetroffene ins Leben gerufen. Ebenfalls mit der Armutsthematik hat das Projekt „Geschenk-Tauschbörse zu Weihnachten“ zu tun. Barbara Schönbucher, Horgen, hat diese Tauschbörse lanciert, die Kindern aus armutsbetroffenen Familien zu neuem Spielzeug verhilft.
Diakon Hanspeter Wagner, möchte mit dem Sozialforum Thal-Buechen-Staad-Altenrhein soziale Anliegen und Brennpunkte mit verschiedenen Partnern diskutieren und Netze knüpfen, um anstehende Probleme aktiv und breit abgestützt anzugehen.
Esther Dreier-Keller baut für die Seelsorgeeinheit Unteres Toggenburg eine Wegbegleitgruppe für Menschen in schwierigen Lebenssituationen auf.
Mit Migrationsfragen haben gleich mehrere Projekte zu tun: Thomas Leist, Pfarrei Uitikon Waldegg ist dabei, eine interkulturelle Spielgruppe für Kinder vor dem Eintritt in den Kindergarten zu gründen. In St. Gallen-Winkeln lancierte Michael Seitz ein Projekt „Grittibenz backen“ und schuf damit Begegnung zwischen Mitgliedern seiner Kirchgemeinde und einer Migrationsgemeinde. Grossen Anklang fand auch die Begegnungsmöglichkeit am Quartiermittagstisch, die Christopher De Carli in der Pfarrei St. Leodegar in Luzern schuf.
 
Sabine Rüthemann; Arbeitsstelle Diakonie,
24.02.2010

 
 
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