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Im Februar 2010 startet die «Kirche mit jungen Leuten» mit einem Hochseilpark in der Kirche Bruggen
ST.GALLEN. Im Februar 2010 startet die «Kirche mit jungen Leuten» mit einem Hochseilpark in der Kirche Bruggen. 18- bis 25-Jährige sollen damit motiviert werden, bei der «jungen Kirche» mitzumachen.
Die katholische und die evangelische Kirche wollen der Abwanderung junger Erwachsener aus der Kirche auf dem Platz St. Gallen entgegenwirken. Ab dem kommenden Jahr investieren sie jährlich 350 000 Franken in die «Kirche mit jungen Leuten» (Tagblatt vom 5. Juni). Man habe festgestellt, dass es für «ganz normale» 18- bis 25-Jährige von heute mit einem Lebensstil der Selbsterfahrung kaum kirchliche Angebote gebe, sagen die ökumenischen Initianten der
Trägergruppe «Kirche in der City».
Diesen will man in ihrer Erfahrungswelt in der Sinnsuche unterstützen und so auch die christliche Botschaft in einer zeitgemässen Form weitergeben.
Mit Hochseilpark Crew finden
Gestartet wird die neue Jugendkirche im kommenden Februar mit einem Hochseilpark in der reformierten Kirche Bruggen. Das soll aber nicht einfach ein Kletterevent sein, sondern der Teambildung der Kirche mit jungen Leuten dienen. Das Angebot biete jungen Menschen Gruppendynamik, Selbsterfahrung, Emotionen und Spirituelles, heisst es in einem Flyer. Die Verantwortlichen hoffen, mit dem Hochseilpark eine Crew junger Menschen als «Motor» für die Kirche mit jungen Leuten motivieren zu können. Denn man will nicht eine Kirche «jugendgerecht» einrichten und dann warten, bis junge Erwachsene kommen. Die Sinnsucher-Kirche soll von den 18- bis 25- Jährigen mitgetragen werden.
Um diesen Prozess zu coachen, ist laut dem evangelischen Kirchenboten mit dem 49jährigen Diakon und Sozialpädagogen Kurt Pauli bereits ein «Projektanimator» angestellt worden.
Von der Empore springen
Die Ausrüstung einer Kirche mit einem Hochseilpark ist aus ähnlichen Projekten wie der Kirche mit jungen Leuten in St. Gallen bekannt. So konnten in der Jugendkirche in Basel Jugendliche von der Empore springen und auf den Kirchturm klettern. Dies ist in St.
Gallen nicht geplant: Lediglich der Innenraum wird für «spirituelle» Kletterkünste eingerichtet.
Die Belegung der Kirche Bruggen ist vorübergehend. Für einen definitiven Standort der Kirche mit jungen Leuten wird ein Raum in der Innenstadt gesucht. Das muss keine Kirche sein: Die Winterthurer Jugendkirche beispielsweise funktioniert in ehemaligen Sulzer-Gebäuden bestens.
Peter Christinger, Markus Näf; Arbeitsstelle Jugendfragen,
06.01.2010