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Besuch 'Lebendiger Briefe' in Angola und Mozambik

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Im Rahmen der Dekade zur Überwindung von Gewalt 2001-2010 besuchte ein Team von KirchenvertreterInnen aus Portugal, der Schweiz (Anja Michel) und Brasilien als 'Living Letters (Lebendige Briefe) des OeRK vom 16.-28.Juli 2009 ihre MitchristInnen in Angola und Mozambik. |
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Angola
„Wir haben keine Liebe mehr – nicht einmal für unsere Kinder“ erzählt eine Mutter. Die anderen Frauen bestätigen mit Kopfnicken. Neben dieser Aussage ist das Engagement der Frauen um so erstaunlicher: Regelmässig treffen sie sich in kleinen Gruppen und versuchen, ihr Leben unabhängig und selbständig zu gestalten, Frieden zu bauen. „ Der Krieg hat viel Elend hinterlassen und sich auch auf unsere Kultur ausgewirkt. Häusliche Gewalt ist eine der Folgen“ erklärt Pfr. Rui Garcia Filho von der Evang.-bapt. Kirche in Angola. Nach jahrzehntelanger Kriegsvergangenheit ist Angola aber im Prozess der Demokratisierung und des Friedensaufbaus. Die Kirchen sind engagiert dabei und bieten Alphabetisierungskurse für Frauen, friedliche Problemlösungsseminare, Einführung von Mikrokreditsysteme und vieles mehr an.
Lautes Lachen dringt aus dem Büro der CVJF in Luanda. 15 junge Frauen nehmen dorrt begeistert an einem Alphabetisierungskurs teil. Mariana Afonso, 24jährig und fünffache Mutter, erzählt: „ Ein Mann zeigt seiner Frau viel mehr Achtung, wenn sie lesen kann“. Und ihre Lehrerin Juliana Feliciano fügt hinzu:“ Sie lernen nicht nur lesen und schreiben, sondern diskutieren auch über soziale Probleme und suchen gemeinsam nach Lösungen“. Im Kern geht es darum, Frieden zu erarbeiten und zu erhalten, freier und ökonomisch unabhängiger zu werden. Vor allem die Frauen werden gefordert und fordern mit ihrem Engagement auch heraus. Wir, die „lebendigen Briefe“, bestehend aus einer internationalen Vierergruppe, sind beeindruckt von der Begegnung mit so vielen Menschen, die sich trotz den schwierigen Umständen für eine friedlichere Zukunft einsetzen, die zu glauben, lieben und hoffen wagen.
Mosambik
Ein eindrückliches Friedensprojekt lernte das Living Letter-Team auch in Mosambik kennen. Schon beim Zustandekommen des Friedensabkommens nach dem jahrzehntelangen Bürgerkrieg spielten die Kirchen eine entscheidende Vermittlerrolle, und erwarben sich dafür grosses Vertrauen. Nun wurden sie von der Regierung beauftragt, als glaubwürdige unabhängige Institution das Waffenumtausch-Programm ' Gewehre in Hacken umwandeln' zu betreuen. Im Jahr 2008 wurden rund 8000 Waffen eingesammelt. Während seines Besuchs erlebte das Living Letter Team, wie eine riesige Blindgängerbombe und weitere Munition kontrolliert gesprengt wurde. Noch immer sind weite Landstriche von Minen usw verseucht, und können nicht für die Landwirtschaft genutzt werden. Alle die, die Waffen abgeben, erhalten als Kompensation Geräte für den Ackerbau oder Unterstützung zb für den dringend benötigten Bau von Schulen. Einzelne Waffen werden von Künstlern auch zu Skulpturen, oder sogar originellen Stühlen umgewandelt. Die Living Letter Delegation erhielt vom Christlichen Rat der Kirchen eine aus Waffen fabrizierte Friedenstaube als Geschenk für den OeRK. Dieses Friedensprojekt in Mosambik zeigt beispielhaft, wie Kirchen nach bewaffneten Konflikten eine aktive Versöhnungsrolle spielen können.
Ueli Wildberger |
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Ueli Wildberger; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
17.12.2009 |
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Weiterführender Link:
gewaltüberwinden |
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