Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Attraktive Programme, statt Obligatorien

Der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen präsentiert für das kommende Jahr ein ausgeglichenes Budget. Zudem zeigt er auf, wie die Kirche Kinder und Jugendliche zukünftig begleiten möchte. Über beides berät das Kirchenparlament an seiner Wintersynode vom kommenden Montag.
 
Zwei Traktanden sind es, über die sich die Synode, das Kirchenparlament der Evangelisch-reformierten Kirche, am kommenden Montag im Kantonsratssaal länger beugen wird: Das Budget 2010 der Kantonalkirche sowie ein Zwischenbericht über die „Geistliche Begleitung von Kindern und Jugendlichen in der St.Galler Kirche“.

Solide Finanzlage

Der Kirchenrat präsentiert dem Parlament einen praktisch ausgeglichenen Voranschlag 2010. Bei einem Aufwand von rund 22,83 Millionen Franken rechnet die Exekutive mit einem Mehraufwand von 64 000 Franken. Bisher habe die Wirtschaftskrise wenig Einfluss auf die Finanzen der Kantonalkirche gehabt, sagt Werner Macher, Zentralkassier der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen.

Um ein ausgeglichenes Budget präsentieren zu können, seien dennoch zwei Massnahmen nötig: Ab 2010 wird der kirchliche Sozialdienst KSD an den Berufsschulen wie im Reglement vorgesehen über den Finanzausgleich finanziert. Zudem soll der Steueranteil für Beiträge an Dritte in der Schweiz um 0.08 Prozent gesenkt werden. Diese Reduktion habe nur geringe Kürzungen der Beiträge zur Folge, da der zugehörige Fonds Reserven enthalte, erklärt Macher. Rund die Hälfte des Gesamthaushaltes der Kantonalkirche ist jeweils für finanzschwache Kirchgemeinden und Dritte bestimmt.
Im Budget nicht vorgesehen sind generelle Lohnerhöhungen. Hier folgt die Kantonalkirche jeweils dem Kantonsrat, welcher in seiner derzeitigen Session die Löhne des Staatspersonals beschliesst.
Gemäss Antrag des Kirchenrates soll die Zentralsteuer bei 3,1 Prozentpunkten belassen werden.

Kinder und Jugendliche begleiten

Ursprung des zweiten Haupttraktandums der Synode war ein Postulat aus dem Toggenburg. Darin verlangten die Verfasser – im Hinblick auf die Konfirmation – den Besuch einer bestimmten Zahl von Jugendgottesdiensten wieder obligatorisch zu erklären. Die Synode wollte das Thema umfassender angegangen sehen. Eine kirchenrätliche Kommission verfasste in der Folge einen Bericht zur „Geistlichen Begleitung von Kindern und Jugendlichen in der St.Galler Kirche“. Nach ihrer Meinung ist es problematisch so zu tun, als wäre im Blick auf die Konfirmation nur der Oberstufenunterricht wichtig. Vielmehr müssten Kinder und Jugendliche während des ganzen Aufwachsens begleitet werden. Die Übergänge – etwa zwischen den Schulstufen – seien sorgfältig miteinander zu verbinden.

Aus Einsichten und Ergebnissen der Kommission entwickelt der Kirchenrat zurzeit einen eigenen Bericht, welcher von der Synode im kommenden Sommer diskutiert werden soll. Dem Kirchenrat ist eine möglichst ganzheitliche Sicht religiöser und kirchlicher Sozialisation wichtig. Er sieht die Chance künftig die Elemente Bilden, Feiern, Erleben und Begleiten gleichwertiger zum Zug kommen zu lassen. Dabei ist ihm eine jugendgerechte Programmgestaltung wichtiger als die Wiedereinführung von Obligatorien.



Die Synode ist öffentlich. Sie findet am kommenden Montag, 7. Dezember, 8.30 Uhr im Saal des Kantonsrates in St.Gallen statt.
 
Andreas Ackermann; Arbeitsstelle Kommunikation,
01.12.2009

 
 
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