Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Fachtagung zum Kirchen-Image bei jungen Erwachsenen



 
„Ich ärgere mich über die Einzahlungsscheine, die ich von der Kirche bekomme.“ „Glaube gehört ins Herz, nicht in die Kirche.“ „Es sind sture Leute, die am Sonntag in die Kirche gehen – die Welt ist anders.“ So äusserten sich einige gut Zwanzigjährige in St. Gallen, befragt nach ihrem Bild von „Kirche“. Wie ist vor dem Hintergrund dieser ernüchternden Antworten eine kirchliche Arbeit mit 18- bis 35-Jährigen möglich?
 
Es ginge nicht ums Image, sondern um die Botschaft, welche die Kirche vertritt, so Urs Baumgartner, Unternehmungsberater und Referent an der Fachtagung junge Erwachsene vom 19. August. Ausserdem, so das Fazit seiner Ausführungen, muss die Kirche überlegen, welche Zielgruppen sie ansprechen will und kann. Dabei nahm er Bezug auf die unterschiedlichen Milieus, welche in unserer Gesellschaft bestehen. Junge Menschen machen einen grossen Teil der experimentierfreudigen und erlebnisorientierten Menschen aus, aber auch jener, welche Religion ohne Kirche leben wollen. Wer diese Menschen erreichen will, muss ihre Sprache sprechen und ihre Bedürfnisse verstehen. Leute mit ausgeprägtem Traditionsbewusstsein haben bei den jungen aus diesen Milieus wenig Chance, auf offene Ohren zu stossen. Das Referat bot Anlass für angeregte und kritische Diskussionen. Die Ausführungen hatten bereits erste konkrete Folgen: „Wir müssen anders einladen“, stellt ein Verantwortlicher für die „Firmung ab 18“ fest. Er sucht mit seinem Kollegen während eines Arbeitsblocks nach Möglichkeiten, die Treffen – unter Einbezug junger Erwachsener – für die Zielgruppe ansprechender zu gestalten.
Viele der rund 30 TeilnehmerInnen der Tagung wollen sich vermehrt fragen: An wen richten sich die Programme unserer Kirchgemeinde oder Pfarrei? Welches sind die Bedürfnisse der Zielgruppen, die wir ansprechen wollen? Wer spricht die Sprache dieser jungen Menschen? Mit einem Zitat des Referenten auf den Punkt gebracht: Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.
 
Markus Naef-Egli; Netzwerk Junge Erwachsene,
24.08.2009

 
 
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