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Kirche sucht Käufer für Wartensee

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Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen beauftragt den Kirchenrat das Schloss Wartensee zu verkaufen. Dies hat das Kirchenparlament an der gestrigen Sommersynode in Gossau beschlossen. |
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„Es gibt zwei Gründe, warum die Kirche ein Tagungs- und Begegnungszentrum wie das Schloss Wartensee führen kann“, sagte Heidi Baer, Kirchenrätin der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen und Präsidentin der Stiftung Schloss Wartensee, an der gestrigen Sommersynode im Kirchgemeindehaus Haldenbüel in Gossau. „Entweder man verdient Geld damit, um andere kirchliche Angebote zu finanzieren. Oder das Haus bietet Dach und Heimat kirchlicher Arbeit und Identität“. Beides treffe für den Wartensee nicht oder nur bedingt zu. Obwohl Leitung und Mitarbeitende des Schlosses, hoch über dem Bodensee gelegen, hervorragende Arbeit leisteten, könne das Haus aus strukturellen Gründen nicht selbsttragend sein. Zudem lege die kirchliche Erwachsenenbildung – den heutigen Bedürfnissen entsprechend – ihren Fokus auf dezentrale Angebote in den Regionen und Gemeinden.
Kreativität statt Verkauf
„Die kirchliche Identität des Wartensees müsste wieder sichtbarer werden“, gab Rosalinde Gugolz, Synodale der Kirchgemeinde Eichberg-Oberriet, zu bedenken. Sie rief die rund 140 anwesenden Synodalen dazu auf, nicht überstürzt und leichtfertig das Haus zu veräussern. Viel mehr ginge es darum, sich kreativ auf das Schloss einzulassen – auf dass „der Wartensee zum Spiegel einer gastfreundlichen Kirche“ werde.
Verkaufen schon, aber nicht die Kompetenz dazu dem Kirchenrat abtreten, befand Hubert Schmid, Synodaler aus Sargans. Das Gewicht dieses Geschäftes wiege zu schwer, um es alleine dem Kirchenrat zu überlassen. Schmid beantragte, dass das Kirchenparlament den endgültigen Verkaufsentscheid fällen soll.
Die Mehrheit der Synodalen war anderer Meinung. Sie erteilte dem Kirchenrat den Auftrag und die Kompetenz, das Schloss in den nächsten Jahren zu einem Marktwert und der Käuferschaft angemessenen Preis zu verkaufen. Bis es so weit ist, soll das Schloss bezüglich Infrastruktur und Gästequalität auf dem gegenwärtigen hohen Niveau gehalten und die kirchliche Identität gepflegt werden.
Was schliesslich mit dem Verkaufserlös geschieht, darüber wird die Synode befinden. Es sei dem Kirchenrat ein Anliegen, dass dieses Geld nicht einfach in der laufenden Rechnung versickere, sagte Hans Peter Schmid, Kirchenrat mit dem Ressort Finanzen.
Gemeindefusionen fördern
Gleich vor dem Traktandum Wartensee war es schon Hans Peter Schmid, der sich zu Zahlen der Kantonalkirche äusserte – nämlich zur Rechnung 2008. Diese schliesst bei einem Aufwand von knapp 23 Millionen mit einem Überschuss von rund 192 000 Franken. Damit fällt der Rechnungsabschluss um rund 125 000 Franken besser aus als budgetiert. Hauptgrund für den positiven Abschluss seien die höheren Einnahmen aus der Zentralsteuer, sagte Schmid.
Mit rund 10 Millionen Franken schlugen die kantonalen Erträge für den Finanzausgleich zu Buche. Dieses Geld kommt mehrheitlich finanzschwachen Gemeinden zugute. Allfällige Überschüsse werden dem Finanzausgleichsfonds gutgeschrieben.
Dank dieses Topfes wird es nun möglich, das Zusammengehen von Kirchgemeinden finanziell attraktiv zu gestalten. Die Synode verabschiedete gestern in zweiter Lesung die Vorlage zur Förderung von Kirchgemeindefusionen. So wird etwa fusionsbereiten Gemeinden bis 2015 ein Maximalsteuersatz von 26 Prozent garantiert oder durch eine Fusion gehen keine Personalprozente verloren.
GPK – drei neue Mitglieder
Schliesslich waren an der gestrigen Synode noch einige vakant gewordene Sitze zu besetzen. Neu nehmen Ruedi H. Egger, Goldach; Barbara Hofmänner, Buchs und Antoinette Lüchinger, Rapperswil-Jona Einsitz in der Geschäftsprüfungskommission. Sie ersetzen Werner Althaus, Tablat St.Gallen; Elisabeth Bircher, Oberuzwil und Christina Graf, Rebstein. Nachfolgerin von Marlies Schmidt-Aebi, Berneck-Au-Heerbrugg, als Präsidentin der Kommission zur Vorbereitung der Aussprachesynode wird Ruth Villiger, Rapperswil-Jona. Michele Tyler, Straubenzell St.Gallen, wird neues Mitglied derselben Kommission.
Bild von der Sommersynode: Hannes Thalmann |
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Andreas Ackermann; Arbeitsstelle Kommunikation,
30.06.2009 |
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