Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Ökumene von unten - Jubiläumsgottesdienst 40 Jahre Bfa/FO in Bern

Bern/Luzern 22.Feb.2009 «In der ökumenischen Kampagne fand ich Brüder und Schwestern mit Sinn für die Einheit der Menschen. » Im Rahmen eines Jubiläumsgottesdienstes in Bern blickte die kamerunische Theologin Hélène Yinda von aussen auf die Zusammenarbeit zwischen dem reformierten Brot für alle und dem römisch-katholischen Fastenopfer. Am 22.Februar feierten die beiden Organisationen 40 Jahre Ökumene von unten.
 
«Leben ist für alle da.» Das Motto der ersten gemeinsamen Sammelaktion im Advent des Jahres 1969 war ein trotzig-optimistischer Ausruf zur Lage der Welt. Seither ist die ökumenische Kampagne von Brot für alle und Fastenopfer zu einer treibenden Kraft geworden, die aus der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit und Entwicklungspolitik nicht mehr wegzudenken ist.
Die Kampagne, der sich 1993 das christkatholische Partner sein anschloss, ist ein weltweit einmaliges Beispiel glaubwürdiger Ökumene. Im Jahr 1969, dem Gründungsjahr der Kampagne, war die Konfession von Bundesräten noch ein Thema. In der Politik agierten grosse, konfessionell geprägte Parteien, und im Privaten gab es immer noch viele Haushaltungen, die vorzugsweise bei Gewerbetreibenden ihrer eigenen Konfession einkauften. Ökumene war damals ein weitgehend theoretisches Konstrukt. Umso beispielhafter war deshalb die Zusammenarbeit zwischen Brot für alle und Fastenopfer. «Dass in der ökumenischen Situation in der Schweiz beide Beine auf Trab bleiben, ist das wesentliche Verdienst der ökumenischen Zusammenarbeit zwischen Brot für alle und Fastenopfer», sagt der Präsident der schweizerischen Bischofskonferenz, Bischof Kurt Koch. Und Thomas Wipf, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK doppelt nach: «Diese Kampagne ist eine Perle in der ökumenischen Zusammenarbeit und im gemeinsamen Engagement für das Leben.»

Die beiden Gäste aus dem Süden, die kamerunische Theologin Hèléne Yinda und der brasilianische Bischof Erwin Kräutler wiesen auf die Bedeutung hin, welche die ökumenische Kampagne im Bereich von Entwicklungszusammenarbeit und Entwicklungspolitik hat.
- Mit Informationen und Bildungsangeboten hat die Kampagne mitgeholfen, die Menschen für Fragen der weltweiten Gerechtigkeit zu interessieren.
- Im fairen Handel, in der Entschuldung und in der Friedensarbeit hat sie wichtige Entwicklungen angestossen und Fairtrade-Organisationen wie Max Havelaar gegründet.
- Die ökumenische Kampagne zeigt, was Bewahrung der Schöpfung und weltweite Gerechtigkeit miteinander zu tun haben.
- Sie hat mitgeholfen, unzählige Projekte in den Ländern des Südens zu finanzieren und so die Armut zu bekämpfen.
- Die ökumenische Kampagne kann jedes Jahr auf Tausende von Freiwilligen zählen, die in Kirchgemeinden und Pfarreien über die Konfessionsgrenzen hinweg zusammenarbeiten.

Die beiden Werke haben von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz soeben das Label Oecumenica für beispielhafte ökumenische Zusammenarbeit erhalten.

Medienmitteilung Hanspeter Bundi, Brot für alle
 
Brigitta Ackermann; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
23.02.2009

 
Weiterführender Link:
 Recht auf Nahrung
 

 
 
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