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Agrotreibstoffe: Klimaschutzlüge auf Kosten der Armen

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Am GFS-Jahresauftakt (Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung) hielt Tina Goethe, Verantwortliche für Entwicklungspolitik und Ernährungssouveränität und Mitglied der Schweizer Delegation an der Hungerkonferenz der FAO in Rom ihren Vortrag vor rund 50 interessierten Teilnehmenden in der Offenen Kirche in St. Gallen. |
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Erdöl wird knapper und niemand kann genau vorhersagen, wie lange die Reserven noch reichen werden. Liegt die Lösung in nachwachsenden Rohstoffen? Aus Sicht der Erdölfirmen mit ihrer gesamten Infrastruktur über die Agroindustrie bis hin zur Autoindustrie sind Agrotreibstoffe eine gute und lukrative Alternative. Die politischen Lenkungsmassnahmen mit Subventionen und Steuererleichterungen auf Agrotreibstoffen begünstigen die Gewinner.
Tatsache ist, dass Agrotreibstoffe den Hunger in der Welt verstärken und eine Konkurrenz um Land und Wasser in Ländern des Südens entbrannt ist. Gewaltsame Vertreibungen, Anbau von Monokulturen, Verwendung von Gentechnik, Brandrodungen mit katastrophalen ökologischen Folgen für die Menschen im Süden. Flüssige Agrotreibstoffe sind weder klimaneutral noch umweltfreundlich oder nachhaltig. Sie lösen weder die Probleme des Klimawandels noch der Energieversorgung. Im Gegenteil, sie schädigen die Umwelt, konkurrieren mit der Nahrungsmittelproduktion und verursachen soziale Misere.
Was können andere Lösungen sein? Weniger verbrauchen ist der beste Weg. Sich beim Einkaufen an die Regel halten: regional – saisonal – fair. Die politische Entwicklung aufmerksam verfolgen und an den Bundespräsidenten einen Brief schreiben:
Sehr geehrter Herr Bundespräsident
Sehr geehrte Mitglieder des Bundesrates
Im Dezember 2009 wird an der Klimakonferenz in Kopenhagen über die Nachfolge des Kyoto-Protokolls beschlossen. Das die globale Klimaerwärmung nicht um mehr als 2Grad Celsius ansteigt, ist für viele Menschen in Entwicklungsländern zentral, liegt aber auch im Interesse der Schweiz. Darum erwarte ich von Ihnen, dass Sie sich zusammen mit andern Industriestaaten für eine drastische, wirksame, aber auch differenzierte und faire Klimapolitik mit folgenden Eckpfeilern einsetzten:
• Die Schweiz soll eine Verringerung ihrer CO2-Emissionen um 40% im Inland wenn möglich bis zum Jahr 2020 anpeilen und im gleichen Umfang eine CO2-Reduktion im Ausland ermöglichen. Wir müssen uns bewusst sein, dass mit jeder Verzögerung die Klimaerwärmung weit über 2Grad Celsius hinaus ansteigen wird.
• Es sollen nur Emissions-Zertifikate erworben werden, die aus ökologischer, wirtschaftlicher und sozialer Sicht nachhaltig sind (vgl. DDM-Gold Standards gemäss Kyoto-Protokoll).
• Duie notwendigen finanziellen Mittel sind zusätzlich zu den von der UNO geforderten Mitteln (Ziel 0,7%) für die Entwicklungszusammenarbeit aufzubringen. Für die Koordination aller Massnahmen müssen Instrumente im Rahmen der UNO geschaffen werden.
Ich selber bin bereit, Sie dabei aktiv zu unterstützen. Ich trage mit folgenden Massnahmen persönlich zur Reduktion des CO2-Ausstosses bei: ………………….
Mit freundlichen Grüssen
Sie finden diesen Brief unter dem unten angegebenen Link.
Wir alle sind gefragt, um ehrliche und gerechte Lösungen auf die Energie-, Klima- und Nahrungsmittelkrise zu entwickeln, die nicht auf Kosten der Armen gehen. |
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Brigitta Ackermann; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
12.01.2009 |
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Weiterführender Link:
Brief an den Bundespräsidenten |
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Übersicht im Bereich: Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
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