Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Gäste aus Bossey: weltweite Kirche während 60 Stunden hautnah erleben



 
Der Aufwand ist bescheiden, das Risiko minimal, die Erweiterung des Horizonts beträchtlich. Jedes Jahr bietet die Arbeitsstelle Kirche im Dialog (OeME) Kirchgemeinden die Möglichkeit, Gästen aus dem Institut Bossey um den ersten Advent zu begegnen. Hier aufgrund mehrfacher Erfahrung einige Eindrücke.
 
Es kommen keine europäischen Experten, die von ihren Eindrücken erzählen und keine Kirchenfürsten, die mehr oder weniger abgehoben und international erfahren sind, sondern Frauen und Männer, die in ihrem Beruf nahe an der Basis in und für Kirchen tätig sind. Nicht selten sind sie zum ersten mal für längere Zeit ausserhalb ihres Landes.
Bossey ist eine Art Treibhaus für ökumenische Kultur(en), weil im gleichen Haushalt Menschen unterschiedlichster Herkunft gemeinsam lernen, mit Kopf, Herz und Hand.
Damit die Studierenden, die ja immerhin einige Monate in der Schweiz sind, auch einen kleinen Einblick in kirchliches Leben an der Basis bekommen, vermittelt ihnen Bossey jeweils am ersten Advent einen Besuch in einer Kirchgemeinde der Schweiz, wenn möglich jeweils zwei miteinander. Sie kommen am Freitagabend an und reisen am Montag gegen Mittag zurück. Die wenigsten sprechen deutsch, fast alle gut englisch, einige französisch oder spanisch. Wir haben solche Besuche einige male erlebt und waren jedes mal tief beeindruckt. In kürzester Zeit ist Vertrauen da, erzählen Menschen einander aus ihrem Leben.
Ein solcher Besuch bedingt überhaupt keine besonderen Veranstaltungen. Die Bossey – Gäste sind gern beim möglichst „normalen“ Kirchgemeindeleben mit dabei, wenn nötig halt mit nachträglicher Übersetzung. Wer möchte, kann ihnen eine kleinere Mitbeteiligung am Sonntags-Gottesdienst vorschlagen, das machen sie gerne, muss aber nicht sein. Ich habe diesmal im Mitteilungsteil ein kurzes Interview mit ihnen eingebaut, das ein paar Einblicke in die Lage ihrer Kirche bot.
Ob beide am selben Ort logieren oder in zwei verschiedenen Häusern, ist offen.
Die Kosten sind sehr bescheiden: Bossey ist froh, wenn die gastgebende Kirchgemeinde die Reisekosten übernimmt und für Unterkunft und Verpflegung keine Rechnung stellt...
Zu guter Letzt: Die Chance, dass eine Kirchgemeinde auch Besuch bekommt, wenn sie sich meldet, ist hoch, es hat sich noch nicht weit herumgesprochen, wie faszinierend diese Begegnungen sein können.
Jakob Bösch, Balgach
 
Jakob Bösch; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
09.12.2008

 
Weiterführender Link:
 Ökumenisches Institut Bossey, Crans-près-Céligny (bei Nyon)
 

 
 
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