Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Steuerfragen und gemeinsame Projekte

Regelmässig trifft sich der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen mit der Gesamtregierung des Kantons zum Gedankenaustausch. Themen des Treffens vor wenigen Tagen waren der Religionsunterricht an der Volksschule, die Interreligiöse Dialogs- und Aktionswoche und Steuerfragen.
 
Bei der Begrüssung von Kirchen- und Regierungsrat in der Pfalz erinnerte Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann an zwei reformierte Traditionen, welche auch für den Kanton grundlegend seien: Die demokratische Organisation und die Verantwortung jeder und jedes Einzelnen.
Kathrin Hilber, Vorsteherin Departement des Innern, dankte dem Kirchenrat für die Mitfinanzierung und die gute Zusammenarbeit vor und während der Interreligiösen Dialogs- und Aktionswoche (Ida). Sie hielt kurz Ausschau auf die nächste Ida-Woche, welche vom 14. bis 20. September 2009, also in der Woche zum Bettag, stattfinden wird. Durch neue Veranstaltungen in den Regionen soll die Woche auch über die Stadt St.Gallen hinaus bekannter werden.
Ebenfalls in enger Zusammenarbeit zwischen Kirchen und Kanton wird im Jahr 2012 das Gallus-Jubiläum begangen. Vertreterinnen und Vertreter von Stadt, Kanton, Landeskirchen und Tourismus sind derzeit daran, Ideen zum Jubiläumsjahr „1400 Jahre Gallus“ zusammenzutragen.
Auch in den kommenden Jahren müsse mit Änderungen des Steuergesetzes gerechnet werden, sagte Martin Gehrer, Finanzvorsteher des Kantons. So habe etwa die CVP im vergangenen März die Initiative „50% Prozent mehr Kinderabzüge“ eingereicht. Würde diese ohne Gegenvorschlag vom Volk angenommen, müsste die evangelisch-reformierte Kirche mittelfristig mit Steuerausfällen von rund 1,5 Millionen Franken pro Jahr rechnen.
Martin Schmidt, Kirchenrat mit dem Ressort Religionsunterricht, betonte, dass der – von den Kirchen finanzierte – Religionsunterricht an den Schulen gut verankert sei. Rund 77 Prozent aller Schülerinnen und Schüler der Volksschule gehören einer Landeskirche an und besuchen den Religionsunterricht. Allerdings vertrete die Kirche die Ansicht, dass für die 23 Prozent „Nichtmitglieder“ ein Ergänzungsfach bestehen müsse. Mit dem Fach „Ethik und Kultur“, welches die Schulgemeinden seit vergangenem Sommer auf der Oberstufe anbieten können, wird dem Wunsch der Kirchen entsprochen. Mittelfristig soll ein entsprechendes Fach auch auf der Primarstufe eingeführt werden.
 
Andreas Ackermann; Arbeitsstelle Kommunikation,
10.11.2008

 
 
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