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Vor einer Woche starteten die traditionellen Mittwoch-Mittags-Konzerte in der Kirche St.Laurenzen mit einer Soloperkussion aus Brasilien in die neue Saison. Heute, 10. September – am gleichen Ort, zur gleichen Zeit – findet der erste Mittwoch-Mittag-Impuls statt. Stadtrat Nino Cozzio wird sich zusammen mit Pfarrer Hansruedi Felix „weltliche“ Gedanken zu einem biblischen Thema machen. Konzerte und Impulse wechseln sich in der Folge im Wochenrhythmus ab. In der Stadtkirche wird somit jeden Mittwoch zur selben Zeit zu einer halben Stunde der Einkehr geladen.
„Zum einen möchten wir mit dem neuen Angebot Konstanz und Verlässlichkeit schaffen, zum andern Menschen, welche sich zu dieser Zeit in der Stadt aufhalten, eine Möglichkeit zu einem geistlichen Impuls geben“, sagt Pfarrer Carl Boetschi, Initiant des Projektes. Besucherinnen und Besucher müssten nun nicht mehr überlegen, ob am Mittwoch-Mittag in der Laurenzenkirche etwas stattfindet. Sie könnten einfach hingehen. Und Boetschi hofft, dass auch einige Berufspendlerinnen und -pendler den Weg in die Stadtkirche finden werden.
Mitwirkender des Mittwoch-Mittag-Impulses ist stets ein Gast – eine Persönlichkeit aus dem Raum St.Gallen. Eine Pfarrperson moderiert und eine Musikerin, ein Musiker begleitet. In der ersten Serie wirken neben Nino Cozzio etwa Christian Isler, Kommandant der Berufsfeuerwehr St.Gallen; Franziska Schöbi-Schwizer, Gestaltungslehrerin; Matthias Flückiger, Schauspieler oder Daniela Merz, Geschäftsführerin Stiftung für Arbeit, mit.
Bei der Entwicklung des Impulses hätten sie bewusst auf Niederschwelligkeit geachtet, sagt Boetschi. „Die Besucherinnen und Besucher können an Bekanntem oder Bekannten anknüpfen und die Anteile von Wort und Musik sind ausgewogen“. Und schliesslich dürfe der Impuls nicht zu lange dauern, sagt Boetschi. „Zwischen Impuls und erneutem Arbeitsbeginn muss auch noch ein bisschen Zeit für eine nahrhafte Stärkung bleiben.“
Die Mittwoch-Mittage finden im Rahmen des Projektes „Kirche in der City“ (www.kirchecity.ch) statt. Entsprechend sind die Impulse ökumenisch ausgerichtet. Veranstalterin ist die Evang.-ref. Kirchgemeinde St.Gallen C.
Mittwoch ist Kirchentag
Das „Grosse Mandat der Stadt St. Gallen“ von 1611 erklärt den Besuch des allgemeinen Gebets am Mittwoch für alle evang.-ref. Bewohner obligatorisch. An diesem Gebet morgens zwischen 7 und 8 Uhr nahm der Rat in corpore teil und versammelte sich anschliessend zu seinen Sitzungen im Rathaus. Neben der Sonntagspredigt war die Werktagspredigt besonders am „heiligen Mittwoch“ obligatorisch. Seit 1722 fand in St. Laurenzen um 11 Uhr eine Mittagspredigt statt. Dabei handelte es sich um eine Art Kurzgottesdienst ohne ausgebaute Liturgie.
Aus: Alfred Ehrensperger: Gottesdienst in St. Gallen Stadt und in den äbtischen Herrschaftsgebieten im 16./17. Jahrhundert, Dokument III F 05, veröffentlicht unter www.liturgiekommission.ch, 2008, S. 123-129
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