Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Die Erde von unten tragen: Auftakt zur SchöpfungsZeit



 
Über 60 Personen haben am Abend des 1. September in der Offenen Kirche St. Gallen den Auftakt zur diesjährigen SchöpfungsZeit erlebt. Er stand unter dem Motto: „Planet Erde – Oase im All“. Die Aktion ist damit Teil der Aktivitäten zum UNO-Jahr ″Planet Erde″.
 
In einem Grusswort erinnerte der serbisch-orthodoxe Priester Ljubomir Kotarcic daran, dass wir Menschen die eigene Geschaffenheit durch Gott anerkennen müssten. Armut, Ungerechtigkeit und Umweltkrise seien eine Folge unserer Entfremdung von Gott. Der reformierte Kirchenrat Pfr. Heinz Fäh rief den hoffnungsvollen Aufbruch der ökumenischen Bewegung in den späten 1980er Jahren in Erinnerung. Diese Hoffnung sei heute verflogen. Die Kirchen glichen Eisbären, die sich stritten, während der Eisschild unter ihnen wegschmelze. Bezüglich der Verantwortung für die Schöpfung hätten sie jedoch gemeinsamen Boden unter den Füssen. Der Generalvikar des Bistums St.Gallen, Josef Rosenast, gab der Hoffnung Ausdruck, dass wir Menschen lernen, aus dem Glauben heraus unsere Mitverantwortung der ganzen Schöpfung gegenüber wahrzunehmen. Die beginnende SchöpfungsZeit werde zu einer wahrhaft gesegneten Zeit, wenn auch die Seelsorgenden zu „Anwälten der Schöpfungsgeschwister“ werden. Der oeku-Präsident, Pfr. Stephan Degen-Ballmer, führte mit einer meditativen Gegenüberstellung von Psalm 8 und einem Zitat des Astronauten Neil Armstrong in das Planet Erde-Thema ein: „Nie zuvor ist mir so bewusst geworden, wie wichtig es ist, diese Insel bewohnbar zu erhalten, zu bewahren und zu beschützen – nicht vor fremden Angreifern, sondern vor uns selber, den Menschen.“ (Neil Armstrong). Die grüne Nationalrätin Yvonne Gilli erklärte in einer sehr persönlich gehaltenen Rede Schöpfungsspiritualität als archetypische Erfahrung unserer Verletzlichkeit und unserer Abhängigkeit von der Erde. Die Violinistin Christine Dieterle und Clown Pello begleiteten den spirituell-kulturellen Anlass mit ihrer Kreativität. Pello bezog die Teilnehmenden mit feinfühligen Bildern von der Vielfalt der Erde und den Menschen ein. Die Erde sei von jemandem von oben beschützt. Nun gehe es darum, dass sie auch von unten getragen werde (vgl. Bild im Anhang.Zum Auftakt eingeladen haben die Ökumenische GFS-Kommission (Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung) der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) SG/AR/AI, oeku Kirche und Umwelt, die Arbeitsstelle Kirche im Dialog (OeME) der evang.-ref. Kirche und die Missionskonferenz der röm.-kath. Kirche. Jedes Jahr im September ist „SchöpfungsZeit“. Der 1. September gilt bei den orthodoxen Kirchen als der Tag der Schöpfung und am 4. Oktober gedenkt die römisch-katholische Kirche des Heiligen Franziskus. Zwischen diesen beiden Daten liegt die „SchöpfungsZeit“ – sie schliesst damit den Bettag und das Erntedankfest mit ein. Schweizweit stellen über 600 Kirchgemeinden verschiedener Konfessionen in dieser Zeit mit Erntedank-Gottesdiensten oder andern besonderen Feiern die Schöpfung ins Zentrum ihrer Arbeit. Auch in anderen europäischen Kirchen wird die Schöpfungszeit bzw. ein besonderer Schöpfungstag gefeiert.
 
Kurt Zaugg-Ott; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
02.09.2008

 
Weiterführender Link:
 oeku Kirche und Umwelt
 

 
 
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