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Besuch aus Übersee - einmal ganz anders
Eine Kanadierin in der Ostschweiz - Besuch aus einer scheinbar bekannten und doch fremden Welt
In der vergangenen Woche war Pfarrerin Dr. Maria Lallouet von der „Hungarian Presbyterian Church of Welland/Ontario“ aus Kanada für fünf Tage zu Besuch in St. Gallen. Die Gemeinde von Pfarrerin Lallouet unterhält seit knapp zwei Jahren eine Gemeindepartnerschaft mit dem Kirchkreis Grossacker der Kirchgemeinde Tablat/St. Gallen.
Ein Ziel dieser Gemeindepartnerschaft ist es, durch gemeindliche und persönliche Kontakte, die Spiritualität und das christliche und gemeindliche Leben in einem scheinbar doch recht ähnlichen, aber im Detail doch sehr anderen Kulturkreis kennen zu lernen und teilweise auch persönlich zu entdecken. So standen auch bei dem Besuch von Pfarrerin Maria Lallouet die Begegnungen mit Gemeindegliedern und offiziellen Vertreterinnen und Vertretern der Gemeinde und der Kantonalkirche im Vordergrund. Besonders die Gestaltung des Gemeindegottesdienstes im Grossacker am vergangenen Sonntag morgen zeigte die gegenseitige Bereicherung dieser Partnerschaft. Durch die englische Sprache, für die meisten Gemeindeglieder auch ohne die angebotene Übersetzung direkt verständlich, wurde vor allem in der Predigt die unterschiedliche Herangehensweise an biblische Texte und deren Interpretation deutlich. Dies wurde von den Gemeindegliedern aber nicht als befremdlich, sondern als bereichernd auf- und angenommen.
Eine Besonderheit dieser Gemeindepartnerschaft ist die Begegnung auf wirtschaftlicher Augenhöhe. Finanzielle Unterstützung von einer Gemeinde zur anderen bei bestimmten Projekten oder beim Aufbau einer Beziehung spielen keine Rolle. Ein Schlagwort dieser Partnerschaft lautet: „Was bleibt für eine Gemeindepartnerschaft an Themen, wenn der finanzielle Aspekt vollkommen wegfällt?!“ Das die Beantwortung dieser Frage nicht immer ganz einfach ist, haben Gemeindeglieder auf beiden Seiten des Atlantiks recht schnell feststellen müssen, da die üblichen Mechanismen einer Partnerschaft mit einer Gemeinde der Südhalbkugel oder Osteuropas nicht angewendet werden können. So ist der Kontakt zwischen beiden Gemeinden ein Stück weit Neuland in der Gemeindepartnerschaftslandschaft.
Wir hoffen, dass wir von der Arbeitsstelle Kirche im Dialog aus in den nächsten Jahren noch vermehrt Gemeindepartnerschaften organisieren und vermitteln können. Bei Interesse stehen wir gerne zur Verfügung.
Jens Mayer; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
11.08.2008