Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Erfolgreiche Petition für mehr Entwicklungshilfe - Ein Dankeschön an die Kirchen



 
Am Montagnachmittag wurde in Bern die Petition „0,7% - Gemeinsam gegen die Armut“ überreicht. Das Resultat der Unterschriftensammlung darf sich sehen lassen: 201'679 Unterzeichnerinnen und Unterzeichner fordern von Parlament und Bundesrat, die öffentlichen Beiträge an die Entwicklungszusammenarbeit EZA auf 0,7 % des Bruttonationaleinkommen zu erhöhen. Bei der Petitionsübergabe mit dabei: VertreterInnen von Brot für alle und Fastenopfer, die sich –zusammen mit den Kirchen- an vorderster Front für die Petition eingesetzt haben.
 
Im Dezember hatte intern die Zahl von 200'000 möglichen Unterschriften die Runde gemacht. Damit wecke man falsche Erwartungen, warnten die Politprofis. Irgendwann werde man kleinlaut zugeben müssen, dass das Ziel verfehlt worden sei. Doch am Montag wurden die Schachteln mit den über 200’000 Unterschriften stolz und von leicht schräger Marschmusik begleitet zum Bundeshaus gebracht. Ein Erfolg für Alliance Sud, die die Unterschriftsammlung koordinierte. Ein Erfolg aber auch für die beteiligten 70 Hilfswerke, Umwelt- und Jugendverbände, Frauenorganisationen und Gewerkschaften.

Man sei von der hohen Unterschriftenzahl selber überrascht, erklärte Bastienne Joerchel, Koordinatorin von Alliance Sud, der Arbeitsgemeinschaft sechs grosser Hilfswerke, vor den Medien. ″Die vielen Unterschriften zeigen, dass die Entwicklungshilfe in der Bevölkerung gut verankert ist. Breite Kreise befürworten eine grosszügigere, solidarischere Schweiz.″ Ein Viertel aller Unterschriften stammen aus der Westschweiz, gut 13'000 dem Tessin und den Südbündner Tälern.

Bastienne Joerchel betonte, die Petition fordere mehr als nur eine quantitative Erhöhung der Ausgaben von heute knapp 0,4 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommensbis zum Jahr 2015. Sie verlange auch, dass die zusätzlichen Mittel gezielt zur Unterstützung der Millenniums-Entwicklungsziele der Uno eingesetzt werden. Beat Dietschy, Zentralsekretär von Brot für alle, argumentierte: ″Die Schweiz ist ein Land von Realisten. Umso aussagekräftiger ist deshalb die hohe Zahl der Unterschriften. Sie zeigt vor allem eines: Die Millenniumsziele sind erreichbar. Die Halbierung der Armut ist möglich. Wenn 200'000 Realisten davon träumen, dann wird das wahr.″
In seiner Botschaft für die nächsten vier Jahre hat der Bundesrat vorgeschlagen, die Gelder für die EZA auf 0,4% des Bruttonationaleinkommens zu beschränken. Eine beschämende Zahl für eine der reichsten Volkswirtschaften der Welt. Das findet offensichtlich auch die Aussenpolitische Kommission des Nationalrates. Sie hat sich knapp für eine Erhöhung auf 0,7% des BNE ausgesprochen, so, wie die Petition es fordert. Der Nationalrat hat im Juni Gelegenheit, die zögerliche Haltung des Bundesrates korrigieren. ″Hoffen wir, dass sich das Parlament vom Realismus der Schweizer Bevölkerung anstecken lässt. Diese will nicht weniger Entwicklungshilfe, sondern mehr″, sagt Dietschy.

Dann legt er ein grosses Dankeschön an die Kirchgemeinden und Pfarreien der Schweiz nach, denn von dort kommen rund 46'000 Unterschriften. ″Ohne das Engagement unserer Freundinnen und Freunde draussen in den Kirchgemeinden, ohne die Beflaggungen der Kirchtürme und die vielen Themengottesdienste, wäre der Erfolg nicht möglich gewesen″, sagt Dietschy. ″Dafür danken wir herzlich.″
 
BfA; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
28.05.2008

 
Weiterführender Link:
 Webseite der Kampagne
 

 
 
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