Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Glaubwürdig Kirche sein



 
Die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen hat am vergangenen Montag den Visitationsbericht des Kirchenrates diskutiert. Ausgehend von der umfangreichen Auslegeordnung sollen nun die Leitziele für die „St.Galler Kirche 2009 – 2015“ abgeleitet werden.
 
„Durch die zahlreichen Gespräche in den Gemeinden, die Auswertung verschiedener Quellen sowie eine externe Analyse wissen wir nun viel über uns. Jetzt geht es darum, die richtigen Schlüsse zu ziehen“, sagte Dölf Weder, Präsident des Kirchenrates der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, in seinem Referat über die „Visitation 2007“. Anders ausgedrückt: Aus dem 180-seitigen Bericht des Kirchenrates über das Befinden der reformierten Kirche im Kanton St.Gallen sollen nun prägnante Leitziele abgeleitet werden. Dieser Aufgabe stellten sich am vergangenen Montag die Synodalen an ihrer Aussprache-Synode im Kirchgemeindehaus Rotmonten in St.Gallen.

Regionalisierung als Ausweg
In seinem Einstiegsreferat verwies Dölf Weder nochmals auf die wichtigsten Erkenntnisse des Visitationsberichtes. So werde die Vision der St.Galler Kirche „Nahe bei Gott, nahe bei den Menschen“ breit getragen. Zudem befänden sich die Kirchgemeinden heute in einer Position relativer Stärke.

Allerdings seien am Horizont auch Gewitterwolken auszumachen. Etwa der starke Geburtenrückgang, die daraus resultierende Alterung der Bevölkerung oder der schleichende Mitgliederschwund durch Kirchenaustritte stellten die Gemeinden vor Herausforderungen. Besonders kleinere Gemeinden im ländlichen Raum seien verletzlich. „Wegen ihrer beschränkten personellen und finanziellen Ressourcen könnten sie nur bedingt auf anstehende Veränderungen reagieren“, sagte Weder. Ein möglicher Ausweg sehe der Kirchenrat in einer verstärkten regionalen Kooperation.

Mit den Eckwerten im Hinterkopf und einem Fragenkatalog in Händen waren dann die Synodalen an der Reihe. Nach Themen gruppiert, tauschten sie sich über Inhalt und Handlungsvorschläge des Visitationsberichtes aus. Engagiert nahmen sie den Faden auf, stellten ihre eigene Gemeinde in den Kontext, skizzierten Zukunftsszenarien, fragten nach, verglichen, leiteten aus dem Allgemeinen das Besondere ab – und umgekehrt – stellten Standpunkte auf, um diese in der Diskussion wieder zu verwerfen. Schliesslich resultierten je Gruppe drei kurze Stellungnahmen, welche dem Kirchenrat zur Formulierung der Leitziele 2009 bis 2015 mitgegeben wurden.

Glaubwürdig agieren
Ein erster Blick auf die Resultate macht zumindest eines klar: Der Kirchenrat hat mit Sichten und Gewichten noch einiges zu tun. Allgemein sind die Synodalen mit Inhalt und Handlungsvorschlägen des Berichtes zwar einverstanden. Doch stellen sie dem Papier einen weitreichenden Katalog eigener Standpunkte zur Seite. So wurde mehrfach betont, dass die Kirche besonders darauf achten müsse, glaubwürdig zu sein. Zudem sollten die Menschen noch verstärkt in ihrem Umfeld abgeholt werden. Das Gespräch müsse aktiv gesucht werden und partizipative Ansätze seien zu fördern.

Stehe eine Regionalisierung kleiner Gemeinden an, sei diese sorgfältig anzugehen und zu begleiten. Dabei ist darauf zu achten, dass trotz Umbau der Strukturen die lokale Identität erhalten bleibt.

Leitziele im Winter
Der Kirchenrat wird nun aus Visitationsbericht und Standpunkten ein Strategiepapier erarbeiten, welches über die Sommermonate bei den Kirchgemeinden und den Mitarbeitenden in die Vernehmlassung geht. Die Leitziele „St.Galler Kirche 2009 - 2015“ sollen schliesslich in der Wintersynode verabschiedet werden.

Bildlegende
In Arbeitsgruppen wurde rege und zielgerichtet diskutiert. Bild Andreas Schwendener.
 
Andreas Ackermann; Arbeitsstelle Kommunikation,
22.04.2008

 
 
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