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Pfarrehepaar Ritter besuchte Kardinal Walter Kasper in Rom

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Auf Einladung von Walter Kardinal Kasper besuchten Pfarrer Dr. André Ritter und Pfarrerin Karin Ritter am 10. März 2008 den Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen in Rom. Während des rund neunzig Minuten dauernden Gesprächs wurden in einer offenen Atmosphäre verschiedene Themen angesprochen, unter anderem auch die Umstände, die Kardinal Kasper veranlassten, einen längerfristig verabredeten Besuch und Vortrag im Fürstentum Liechtenstein abzusagen. Der Kardinal betonte, dass er weiterhin gerne Liechtenstein besuchen würde – doch nur, wenn Erzbischof Wolfgang Haas dies wünsche. Er selbst habe sich nämlich zur Regel gemacht, nur diejenigen Diözesen zu besuchen, in denen er willkommen sei. |
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Des weiteren wurden verschiedene Fragen und Themen der aktuellen Ökumene diskutiert. Der Kardinal wiederholte seine bereits im letzten Jahr geäusserte Auffassung, dass das zwischen den Kirchen umstrittene Dokument der römischen Kongregation für die
Glaubenslehre „Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bezüglich der Lehre über die Kirche“ unglücklich formuliert sei, im übrigen auch unnötig und zum falschen Zeitpunkt veröffentlicht sei. Dieses Dokument hat vor allem bei den evangelischen Kirchen Irritation und Unmut ausgelöst, da darin die evangelischen Kirchen erneut nicht als „Kirche im eigentlichen Sinn“ bezeichnet werden. Doch Kardinal Kasper zufolge sollte damit lediglich zum Ausdruck gebracht werden, dass sich das jeweilige Kirchenverständnis von dem der römisch-katholischen Kirche unterscheide.
Anschliessend berichtete Kardinal Kasper über das von Papst Benedikt XVI. ausgerufene „Jahr des Apostels Paulus“, das im Juni 2008 beginnt. Im Gespräch gab man gemeinsam der Hoffnung Ausdruck, dass vom Paulusjahr neue ökumenische Impulse gerade auch für die christlichen Kirchen in Europa ausgehen könnten. So gilt Paulus als der Apostel der Völker, der Trennendes zu überwinden suchte. Die theologischen Einsichten, die Paulus in seinen Briefen im Neuen Testament niederschrieb, gelten als Kernstück evangelischer Theologie.
Zum Schluss des Gesprächs bedankte sich der Kardinal auch für den trinitätstheologischen Beitrag, den Pfarrer Dr. André Ritter in der soeben erschienenen Festschrift „Gott denken und bezeugen“, aus Anlass seines 75. Geburtstags verfasst hat. Es sei für den ökumenischen Dialog in der Zukunft wichtig, wieder über die gemeinsamen Grundlagen des Glaubens miteinander zu reden, statt sich in Detailfragen zu verlieren.
Zur Person Kardinal Walter Kasper
Der am 5. März 1933 im schwäbischen Heidenheim geborene und in Wangen im Allgäu aufgewachsene Lehrersohn ist seit 2001 Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen in Rom. 1957 wurde er zum Priester geweiht. Schon mit 31 Jahren war er Theologieprofessor in Münster, später wechselte er an die Universität Tübingen. 1989 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Rottenburg-Stuttgart und holte ihn 1999 dann nach Rom, wo er zunächst als Sekretär des Päpstlichen Rates für die ökumenischen Verständigung der christlichen Kirchen zuständig war. Im Jahr 2001 wurde er schliesslich zum Kardinal ernannt. |
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Ev.Kirche Liechtenstein / M.B.; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
12.03.2008 |
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