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Auf dem richtigen Weg: Visitationsbericht 2007

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„Nahe bei Gott – nahe bei den Menschen“ lautet der Leitsatz der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen. Wie nahe die Kirche wirklich bei den Menschen ist, darüber wollte der Kirchenrat mehr erfahren und befragte Verantwortliche sämtlicher Kirchgemeinden. Der soeben erschienene Visitationsbericht gibt Einblick in den Ist-Zustand der Kirche und skizziert die Herausforderungen für die kommenden Jahre. |
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Alle zehn Jahre macht sich der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen auf, sämtliche 55 Kirchgemeinden des Kantons zu visitieren. Diese Visitation ist eine umfangreiche Bestandesaufnahme über das Befinden der – und die Arbeit in den Gemeinden. Resultat zahlreicher Gespräche, Erhebungen und Analysen ist nun der kürzlich erschienene „Visitationsbericht 2007“: 180 Seiten, ausführliche Texte, Grafiken und viele Zahlen. Inhaltlich findet im ersten Teil des Berichtes eine Auslegeordnung statt, um daraus im zweiten Teil Handlungsvorschläge ableiten zu können.
Neue Angebote
„Unsere Kirche befindet sich bezüglich Programmarbeit, Mitarbeiterschaft und Finanzen in einer Position relativer Stärke“, zieht Dölf Weder, Präsident des Kirchenrates der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, eine vorsichtig positive Bilanz. Das erfolgreiche Wirken zeige sich beispielsweise in neuen Formen des Gottesdienstes, verstärkten Angeboten für Eltern und Kinder, vertiefter ökumenischer Zusammenarbeit, sozialem Engagement oder der stärkeren Einbindung von jüngeren Frauen und Männern in Kirchenvorsteherschaften und Synode. Unterstützt würden die Gemeinden in dieser Arbeit durch die Fachstellen der Kantonalkirche, welche mit ihrem Know-how fruchtbare Impulse setzen. „Denn reformierte Kirche erleben die Menschen vor allem durch das Wirken der Kirchgemeinden vor Ort“.
Bewusst spricht Weder jedoch von „relativer Stärke“, denn dem Kirchenrat ist nicht entgangen, dass auch dunkle Wolken am Horizont aufgezogen sind. So sehe sich – nicht nur – die evangelische Kirche mit einer ständigen Alterung der Bevölkerung, mit schleichendem Mitgliederschwund und starken Veränderungen des religiösen und gesellschaftlichen Umfeldes konfrontiert.
Im Jahr 2006 waren 117 429 Personen Mitglied der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons. Somit ist etwa jede vierte Einwohnerin, jeder vierte Einwohner des Kantons reformiert. Das sind rund 16 000 weniger als noch 1970. „Jährlich kehren derzeit etwa 0,6 Prozent der Mitglieder mittels Austrittsschreiben der Kirche den Rücken zu“, sagt Dölf Weder. Durch demografische Veränderungen – Rückgang der Geburtenrate – verliert die reformierte Kirche weitere 0,2 Prozent.
Veränderte Zugehörigkeit
Die Veränderungen in der Gesamtbevölkerung haben ganz konkrete Auswirkungen auf das kirchliche Leben. Gehen die Geburten zurück, werden entsprechend weniger Kinder zur Taufe gebracht; 1990 waren es 1392 Kinder, 2006 noch 815. Auch bei den Trauungen ist ein starker Rückgang zu verzeichnen. Dies liegt einerseits daran, dass die Hochzeit nicht mehr zwingend zu einer Partnerschaft gehört, andererseits sind heute für Reformierte interkonfessionelle Ehen der Normalfall.
Gerade am Beispiel der Mischehen könne gezeigt werden, welchen Herausforderungen die Kirchgemeinden heute gegenüber stünden, sagt Weder. „Das Zugehörigkeitsgefühl zu einer spezifischen Kirche oder Kirchgemeinde ist besonders in Partnerschaften oder Familien mit unterschiedlichen Konfessionen deutlich weniger ausgeprägt. Die Identifizierung erfolgt über Menschen, Angebote und persönliche Erfahrungen.“ Entsprechend müssten die Kirchgemeinden auf der Programmseite reagieren. Es gelte ganz generell vielfältige, zielgruppenorientierte und innovative Angebote zu schaffen.
Mit der Vision St.Galler Kirche 2010 „Nahe bei Gott – nahe bei den Menschen“ wurde vor einigen Jahren der Prozess in diese Richtung angestossen. „Diese Vision wird heute von den Kirchgemeinden breit getragen und umgesetzt“, freut sich Weder. So soll auch in Zukunft der Schwerpunkt auf der Förderung der kirchlichen Programme liegen: Gottesdienste, Seelsorge, Erwachsenenbildung oder Musik – glaubwürdig und qualitativ hochwertig. Denn weiterhin stehen einige grosse Herausforderungen an: So fällt es den Kirchgemeinden beispielsweise schwer, jüngere Erwachsene oder Menschen im Berufsleben anzusprechen. Die ständigen Veränderungen in der Gesellschaft verlangen gerade von der reformierten Kirche – welche sich schon von ihrem Selbstverständnis her ständig reformieren will – adäquate Antworten. Die knapper werdenden Ressourcen zwingen zu einer Bündelung der Kräfte.
Ziel all dieser Anstrengungen sei es, entsprechend der Vision „St.Galler Kirche 2010“, als Kirche eine lebendige Weggemeinschaft von unterschiedlichsten Menschen zu sein, wo ein bereicherndes Miteinander und gelebter Glaube möglich sei, sagt Weder.
Der Visitationsbericht kann kostenlos bei der Kirchenratskanzlei der Evang.-ref. Kirche des Kantons St.Gallen, Tel. 071 227 05 00, kanzlei@ref-sg.ch bezogen werden.
Bild: Neue Formen finden - Kunstinstallation von Hans Thomann während der Nacht der Kirchen in der Kirche St.Mangen (St.Gallen) . Foto Andreas Schwendener |
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Andreas Ackermann; Arbeitsstelle Kommunikation,
14.02.2008 |
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Weiterführender Link:
Dokumente zum Prozess Kirche 2010 inkl. Visitationsbericht 2007 als pdf Weiterführende Infos als Dateidownload:
Wie weiter nach dem Visitationsbericht |
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Übersicht im Bereich: Arbeitsstelle Kommunikation,
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