Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Aus der St. Galler Synode: Selbstverpflichtung zur Ökumene



 
Die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St.Gallen wird im Januar zu den Mitunterzeichnern der „Charta Oecumenica“ gehören. Dies entschied das Parlament der Kantonalkirche – trotz Gegenantrag – gestern an seiner ordentlichen Wintersynode im Kantonsratssaal in St.Gallen.
 
Beim zehnten Traktandum fand das statt, was ein Parlament ausmacht: Eine kontroverse Debatte. Bis zu jenem Zeitpunkt hatte die Synode, das Parlament der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, an seiner Sitzung vom 3. Dezember 2007 im Kantonsratssaal Traktandum um Traktandum durchgewinkt.

Charta wird unterzeichnet
Dass bei zehntens debattiert wurde, war durchaus im Sinne des kirchenrätlichen Antrages: Die St.Galler Kantonalkirche soll im kommenden Januar zu den Mitunterzeichnern der „Charta Oecumenica“ gehören. Und damit diesem – durch die christlichen Kirchen auf europäischer Ebene ausgearbeiteten – Grundsatz-Papier auch von der Basis Leben eingehaucht wird, stellte der Kirchenrat dessen Unterzeichnung zur Diskussion.
Mit dieser umfangreichen Selbstverpflichtung zur Ökumene würden sie vor vollendete Tatsachen gestellt, kritisierte Beatrice Baumberger, Synodale aus Gaiserwald, das Papier. Zudem stünde mit der Charta die Vielfalt der verschiedenen Kirchen auf dem Spiel. Entsprechend stellte Baumberger den Antrag, die „Charta Oecumenica“ nicht zu ratifizieren, jedoch den Willen zur Ökumene explizit zu bekunden. Ohne Chance; mit grossem Mehr beauftragte die Synode ihren Präsidenten Martin Baumann sowie Dölf Weder, Kirchenratspräsident, die Charta am 19. Januar 2008 im St.Galler Dom zu unterzeichnen. Damit setzt die St.Galler Kantonalkirche ein deutliches Zeichen, wie ernst es ihr mit der Ökumene ist.

Heinz Fäh folgt auf Jakob Bösch
Einstimmig genehmigt wurde der Voranschlag der Kantonalkirche für das kommende Jahr. Bei einem Aufwand von rund 22,3 Millionen Franken sieht das Budget 2008 einen ausgeglichen Abschluss vor. Die Gehälter der kirchlichen Angestellten werden entsprechend dem Staatspersonal des Kantons um 1,6 Prozent angepasst. Die Zentralsteuer soll bei 3,1 Prozent belassen werden; darin inbegriffen sind 0,5 Prozent für diakonische Werke im In- und Ausland.
Ebenfalls mit grosser Mehrheit wurde Pfarrer Heinz Fäh zum neuen Kirchenrat gewählt. Per Anfang Juli 2008 wird er die Nachfolge von Pfarrer Jakob Bösch antreten. Heinz Fäh ist Gemeindepfarrer in Rapperswil-Jona, langjähriges Mitglied der Synode, sowie Vizedekan des Kirchenbezirkes Toggenburg.
Zudem hatte die Synode einen neuen Dekan für das Toggenburg zu bestellen. Philippe Müller, Pfarrer in Ebnat-Kappel wird per Anfang Jahr Markus Roduner, Pfarrer in Lichtensteig, in diesem Amt ablösen.
Auf den vakanten Sitz in der Redaktions- und Verlagskommission des Kirchenboten wurde René Mohn, Synodaler aus Rapperswil-Jona, gewählt.

Bild-Legende: Pfarrer Heinz Fäh, neugewählter Kirchenrat, im Gespräch mit Kirchenratspräsident Dölf Weder.
 
Andreas Ackermann; Arbeitsstelle Kommunikation,
04.12.2007

 
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