Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Auf dem Weg zur "St. Galler Kirche 2010"

Evangelisch-reformierte St. Galler Synode am 2. Dezember
 
Am Montag, 2. Dezember versammeln sich die Mitglieder der Evangelisch-reformierten Synode des Kantons St. Gallen unter der Leitung von Synodalpräsident Dr. oec. Walter Würzer, Staad, im Grossratssaal auf der Pfalz zur ordentlichen Wintersession. Damit beginnt zugleich - nach einem festlichen Auftakt zum "Weg der Bibel" in Wildhaus am 1. Advent - das Jubiläumsjahr der 200 Jahre alt werdenden Kantonalkirche.

Im Rahmen der Umsetzung der im Dezember 2001 von der Synode beschlossenen Leitziele 2005 auf dem Weg zur "St. Galler Kirche 2010" werden jetzt konkrete Schritte vorgeschlagen. "Unsere Gesellschaft und unsere Kirche befinden sich im Umbruch. Die St. Galler Kirche sieht Handlungsbedarf. Sie will sich der Herausforderung stellen, sich verändern, eine Kirche ,nahe bei Gott - nahe bei den Menschen' sein und in ihrem alltäglichen Wirken auf allen Ebenen entsprechend handeln", schreibt der Kirchenrat.

Er macht dem Kirchenparlament beliebt, zwei neue Arbeitsstellen, nämlich "Pastorales" mit 100 Stellenprozenten und "Familie und Kinder" mit 50 Stellenprozenten, zu schaffen. Ein neues Jugendvolontariat soll mithelfen, die Sicht junger Menschen in der Kantonalkirche noch stärker zum Tragen zu bringen. Ab Neujahr 2004 schliesslich soll in St. Gallen eine neue Arbeitsstelle "Welt, Gesellschaft, Oekumene" mit 100 Stellenprozenten die wegfallende interkantonale OeME Stelle der Ostschweizer Kirchen ersetzen.

Mit zu den Bemühungen einer Kirche am Puls der Zeit gehört sodann ein für die Kantonalkirche kostenneutraler Ausbau des Kirchlichen Sozialdienstes (ksd) auf alle Berufsschulen im Kanton St. Gallen. Von dieser Neuerung hat die Synode allerdings nur "Kenntnis zu nehmen", hat sie diese Entwicklung doch bereits vor einigen Jahren gefordert.

Auf der finanziellen Seite kommt die ab 1. Januar 2003 wegfallende Bausteuer Schloss Wartensee von 0,5 Steuerprozenten der Kantonalkirche gelegen. Nach einer längeren Periode von Investitionen in Schloss Wartensee und der vorher erfolgten Beseitigung einer Unterdeckung bei der Pensionskasse PERKOS soll nun wieder vermehrt in Personen und Programme investiert werden.

Der Kirchenrat beantragt der Synode, einen Teil der wegfallenden Bausteuer für die Umsetzung der Leitziele 2005 zur Verfügung zu stellen. Der Rest fällt an die Kirchgemeinden zurück, die damit künftig nur noch den seit 1986 niedrigsten Steuersatz von 3,1 Steuerprozenten an die Kantonalkirche abzuliefern haben.

Neben der Beratung von Reglementen und Anpassungen der Kirchenordnung bespricht die Synode den Voranschlag 2003. Er rechnet mit einem Defizit von 263 000 Franken. Es entsteht durch die von der Synode zu Lasten des Eigenkapitals bereits bewilligten Aufwendungen für Jubiläumsaktivitäten zum 200-jährigen Bestehen der Kantonalkirche.

Die Verhandlungen sind öffentlich. Sie beginnen um 8.30 Uhr mit einer Besinnung von Kirchenrätin Dr. phil. Elisabeth Frick Tanner, St. Gallen.
fis/kid.
 
Hans Ruedi Fischer; Arbeitsstelle Kommunikation,
25.11.2002

 
Weiterführender Link:
 zum Synodalamtsblatt mit den Synodegeschäften (pdf-Format)
 

 
 
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