Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

„GEMEINSAM GEGEN ARMUT“: Die Hälfte der Kirchgemeinden zeigt Flagge



 
Eine grosse Zahl reformierter und katholischer Kirchtürme in den Kantonen St.Gallen und Appenzell wird am zweiten Adventswochenende weiss beflaggt sein. Gleichzeitig mit dem Kommen Christi in die Welt wird der Weltmenschenrechtstag (10.12.) begangen. Mit den Weissen Fahnen wollen die Kirchen vor allem die Überwindung des krassesten Elends auf der Erde anmahnen: alle dreissig Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen von Hunger.
 
„Gemeinsam gegen Armut - 0,7%“ steht auf den Fahnen. Die Aktion ist Teil einer nationalen Kampagne der Hilfswerke, hinter der auch die Schweizerische Bischofskonferenz und der Schweizerische Evangelische Kirchenbund stehen. Es geht den Kirchen um die Erfüllung der UNO-Millenniumsziele, die zur Halbierung der Armut bis 2015 führen sollen. Die Schweiz hatte sich zur Jahrtausendwende gegenüber der Staatengemeinschaft verpflichtet, bis dann 0,7% des Bruttonationaleinkommens für Entwicklungshilfe zur Verfügung zu stellen – ein Ziel, das heute politisch in Frage gestellt wird.

Auf reformierter Seite machen etwa die Hälfte der St.Galler Kirchgemeinden mit, darunter alle drei in der Kantonshauptstadt sowie Alt St. Johann, Azmoos, Berneck-Au-Heerbrugg, Brunnadern, Bütschwil-Mosnang, Ebnat-Kappel, Eichberg-Oberriet, Flawil, Gaiserwald, Ganterschwil, Goldach und Steinach, Gossau, Kirchberg, Krinau, Lütisburg, Marbach, Niederuzwil, Rapperswil und Jona, Sankt Margrethen, Sax-Frümsen, Sennwald-Lienz-Rüthi, Sevelen, Thal-Lutzenberg, Uznach und Wildhaus. Die Appenzeller Reformierten sind mit Bühler, Grub, Heiden, Herisau, Oberegg, Rehetobel, Schwellbrunn, Speicher, Teufen, Trogen und Walzenhausen vertreten. Elf römisch-katholische Pfarreien in St.Gallen und Appenzell sind ebenfalls dabei. Die Gemeinden sind hoch motiviert. Urs Meyer-Zwingli, zuständig in der Kirchgemeinde St.Gallen-Straubenzell meint dazu: ″Straubenzell zeigt in der Tat Flagge! Der Kirchturm in der Lachen wird mit einer 40 m langen Flagge verschönert. Die Fahne besteht aus einzelnen Leintüchern, die durch die Gemeindeglieder zusammen getragen worden sind. Das ist gelebte Solidarität von Menschen für Menschen.″

Wer das Anliegen unterstützen will kann in vielen der genannten Gemeinden oder online eine Petition unterschreiben (siehe Link unten). Bis heute haben etwa 100'000 Personen die Petition unterzeichnet. St.Galler Erstunterzeichnende waren neben Altbischof Ivo Fürer Regierungspräsidentin Kathrin Hilber, Alt-Nationalrat Felix L.Walker sowie Paul Rechsteiner als Präsident des Schweizerischen Gewerk­schaftsbundes.
 
Martin Breitenfeldt; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
06.12.2007

 
Weiterführende Links:
 Initiative der Hilfswerke - online unterschreiben
 Was sind die Millenniumsziele?
 
Weiterführende Infos als Dateidownload:
 Petition: Unterschriftenbogen zum Herunterladen und sammeln
 

 
 
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