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BEWEGENDE INTERRELIGIÖSE BETTAGSFEIER MIT BUNDESPRÄSIDENTIN CALMY-REY
Rund 2500 Menschen nahmen am heutigen Abend an einer bewegenden interreligiösen Bettagsfeier mit Bundespräsidentin Micheline Calmy Rey auf dem St.Galler Klosterplatz teil. Rufe zum Gebet sowie Texte zu Armut, Gerechtigkeit und Fülle aus sieben Religionen umrahmten die Ansprache des Staatsoberhauptes.
Im ersten Teil ihrer Rede ging Frau Calmy-Rey auf die Schweiz ein. Deren innerster Zusammenhalt sei von jeher gerade der Dialog unterschiedlicher Kulturen und Glaubensweisen, und der Wille zum Konsens. Dies mache die Schweiz aus, nicht Ausgrenzung und Angst vor dem Fremden. Wer damit heute operiere spiele mit dem Feuer.
Der zweite Teil der Rede galt der Situation zwischen Arm und Reich, den Herausforderungen der Globalisierung und der Notwendigkeit der Entwicklungszusammenarbeit. Auf dem Weg zur Erreichung der ″Millenniumsziele″ (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Millennium-Gipfel) sei zwar schon einiges erreicht, aber vieles noch zu tun. Die Schweiz müsse, ebenso wie das Europäische Ausland, die 0,7% des Bruttosozialproduktes für die Entwicklungszusammenarbeit ausgeben, um die Verpflichtungen zur Überwindung der Armut zu erfüllen.
Die Rede von Frau Calmy-Rey wurde von den Festgästen, Einheimischen wie Migranten, mit stehenden Ovationen quittiert.
Die Feier fand ihren Abschluss im gemeinsamen Teilen des Brotes, Symbol für alle die Vision einer Welt, in der alle genug haben.
Unter den Ehrengästen des ″Bettags gegen den Hunger″ waren auch Kirchenratspräsident Pfr.Dr.Dölf Weder sowie Bischof Markus Büchel. Die St.Galler Regierungspräsidentin Kathrin würdigte in einem Grusswort das ermutigende Zeichen.
Die Feier auf dem Klosterplatz bildete den Höhepunkt der Interreligiösen Dialog- und Aktionswoche.
Martin Breitenfeldt; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
15.09.2007