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Zurück aus Sibiu - erste Eindrücke von der EEA3

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Vom 4. bis 9. September 2007 trafen sich rund 2000 Delegierte aus ganz Europa zur dritten europäischen ökumenischen Versammlung in Sibiu/Rumänien. |
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Ankommen in Sibiu – Dienstag, 4. September 2007
6 Reisestunden liegen zwischen Zürich-Kloten über München nach Sibiu, davon 4 Flugstunden. Wir werden freundlich und hilfsbereit empfangen von mehrheitlich jungen Stewards, die ganz verschiedene Sprachen sprechen und uns die unterschiedlichsten Informationen geben – ein sympathisches Chaos. Die osteuropäische Zeitzone, in der wir uns in Rumänien befinden (+ 1 Std.) lässt erahnen, dass hier alles etwas anders sein wird. Schliesslich finden alle ihre Schlafstätten, verteilt über die ganze Stadt und auch den Platz Huet, wo abends für alle Delegierten aus ganz Europa ein Willkommensessen offeriert wird. Das Zentrum von Sibiu/Hermannstadt ist schön und herausgeputzt für das Jahr als europäische Kulturhauptstadt.
Einer der Begrüssungsredner , Bischof Christoph Klein von der Evang. Kirche Augsburger Bekenntnisses in Rumänien wünscht den Teilnehmenden, dass sich alle in Sibiu wohl fühlen und die Gelegenheit der nächsten Tage nutzen werden, ihren Horizont zu erweitern. Offen zu sein für neue Erfahrungen, vielleicht fremde und andere und dadurch bereichert zu werden und neue Freunde zu finden. Er hoffe, so Bischof Klein, dass auf diese Weise Signale ausgesendet werden von Sibiu, die zu neuer Orientierung führen. Und auch wenn das, was erreicht werden wird, nicht als sensationell bezeichnet werden kann, doch klare Zeichen gesetzt werden können für mögliche neue Wege, welche zu Versöhnung, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung führen.
Der erste Konferenztag – Mittwoch, 5. September 2007
Zum ersten Mal treffen sich alle Delegierten im extra für die Konferenz aufgestellten Riesenzelt zu den Eröffnungszeremonien. Die hilfsbereiten und fleissigen jungen Stewards sind wieder im Einsatz und wachen darüber, dass nur berechtigte Delegierte ins Zelt gelassen werden. Auffallend ist die grosse Polizeipräsenz.
Wir werden willkommen geheissen mit Eröffnungsgebeten, Grussworten und Ansprachen von Kirchenleitenden aus Ost- und Westeuropa. Bischof Dr. Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der Evang. Kirche Deutschland spricht für die Kirchenmitglieder der Reformation.
Aus Bischof Hubers Rede: „Das Thema dieser Versammlung enthält eine große Motivationskraft dafür, dass wir uns den Schatz gemeinsamer christlicher Spiritualität neu bewusst machen. Die wechselseitige Anerkennung der Taufe in unseren Kirchen hat für diese Gemeinsamkeit eine herausragende Bedeutung. Die Kirchen der Reformation vertrete ich in dem heutigen ersten Plenum unserer Versammlung. Die Stimme von Wittenberg bringe ich nach Hermannstadt. Deshalb schließe ich mit einer Bitte, die die vorbereitende Versammlung von Wittenberg im Februar dieses Jahres formuliert hat: „In Demut und Gebet ermutigen wir unsere Mitchristen, ihre Herzen für das wahre Licht Jesu Christi zu öffnen und sich gemeinsam mit uns dafür einzusetzen, dass wir unserem Kontinent Gerechtigkeit und Hoffnung bringen. Das Licht Christi inspiriert uns dazu, die Gaben des Friedens, der Versöhnung und der Einheit in unserer zerrissenen Welt zu bezeugen und für sie einzutreten.“
Begegnungen
Bei den gemeinsamen Mahlzeiten in verschiedenen Hotels und Lokalitäten in Sibiu, in den Pausen, abends nach dem offiziellen Programmende finden unzählige Begegnungen statt über die Landes- Sprach- und konfessionellen Zugehörigkeiten hinaus. Solch grossartige Chance bieten europäische ökumenische Versammlungen.
Die weiteren Konferenztage – Donnerstag und Freitag, 6. und 7. September 2007
Diese beginnen je mit einem Morgengebet und einer Bibelmeditation in den fünf Konferenz-Sprachen: Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch und Rumänisch.
Am Donnerstag richtet Thomas Wipf in seiner Funktion als Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) kurze Grussworte an die Delegierten: „Für uns in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa ist das Miteinander stets ein ökumenisches, so wie wir echte Ökumene verstehen: Wir glauben die Eine, Heilige, Katholische und Apostolische Kirche in der geschichtlichen Gestalt unterschiedlicher Kirchen. Die letzten Wochen haben uns jedoch erneut gezeigt, dass es unterschiedliche Verständnisse der Grundlagen des ökumenischen Dialogs gibt. So wie wir in der GEKE seit mehreren Jahren einen wichtigen Dialog mit den orthodoxen Kirchen führen, laden wir nun auch die römisch-katholische Kirche ein, unsere Zusammenarbeit im ökumenisch-theologischen Dialog zu intensivieren. Die Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa hat sich im Herbst des vergangenen Jahres eindrücklich für die Aufnahme von Dialoggesprächen mit der römisch-katholischen Kirche ausgesprochen. Diese Einladung möchte ich hier, verbunden mit dem Motto der Dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung, weitergeben: Das Licht Christi scheint auf alle. Dieses Licht gemeinsam weiterzugeben, ist unser Auftrag. Ich wünsche uns, dass wir dies stets in Erinnerung haben.
Ebenfalls am Donnerstag bekommen wir den Hauptvortrag von Manuel Barroso, Präsident der Europäischen Kommission zu hören.
Die Frauen
Sie nehmen eher eine bedeutungslose Position ein. Sie hören mehrheitlich zu, dürfen Foren moderieren und nur einzelne Rednerinnen sind auszumachen. Die Predigt in einem der zahlreichen Gottesdienste, die am Samstag und Sonntag stattfinden, werden unter anderem von Pfrn. Dr. Pascale Rondez (mission 21, Basel und CH-Delegierte) und Landesbischöfin Dr. Dr. h.c. Margot Kässmann gehalten.
Eine Formulierung aus einem Treffen aller christlichen Frauen mit dem Wortlaut: „Christliche Frauen sind gewillt, fähig und bereit, ihren Teil auf allen Ebenen des christlichen Lebens und in den Kirchenstrukturen zu übernehmen“ wurde nicht in die Schlussbotschaft aufgenommen.
Die Jungen
Rund 200 Jugenddelegierte und Jugendliche, die als Helferinnen und Helfer, die als so genannten „Stewards“ eingesetzt sind, prägen das Bild der EÖV3 mit. Sie haben ihre eigene Schlussbotschaft formuliert und eine Sprecherin kann diese den Delegierten präsentieren.
Die Schlussbotschaft
Die Delegierten erhalten an einer Randzeit Gelegenheit, sich zu einer ersten Vorlage zu äussern, indem sie ihre Anliegen über Mikrofon an alle im Zelt Anwesenden richten. Es folgt eine zweite Version mit der selben Form der knappen Mitsprachemöglichkeit. Die definitive Form der Schlussbotschaft, steht zur Zeit noch nicht zur Verfügung. Es hat kein demokratischer Prozess zur Formulierung der Schlussbotschaft stattgefunden.
Ja, das was erreicht wurde, kann nicht als sensationell bezeichnet werden und viele werden persönlichen Begegnungen als grösste Bereicherung für das ökumenische Zusammenleben mit nach Hause nehmen.
Alle Vorträge sind nachzulesen unter: www.eea3.org |
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Brigitta Ackermann; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
11.09.2007 |
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