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Andersdenkenden als Partner begegnen
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″Die Evangelisch-reformierte Kirche ist im Dialog der Religionen engagiert. Wir möchten dabei ein Zeichen setzen für unsere christliche Grundhaltung in dieser interreligiösen Debatte″ heisst es im Bettagsmandat des St.Galler Kirchenrates. Es nimmt Bezug auf die im Kanton St. Gallen vom 10. bis 16. September begangene interreligiöse Dialog- und Aktionswoche, IDA. |
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Das von Kirchenrätin lic. iur. Heidi Baer, Oberuzwil, im Auftrag des Kirchenrats verfasstes Mandat, das am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag von den Kanzeln zu verlesen ist, hat folgenden Wortlaut: „Unser Zusammenwohnen und -arbeiten ist zunehmend durch Konflikte geprägt. Verteilkämpfe werden härter, auch bei uns in der Schweiz. Noch beunruhigender sind aber die sich intensivierenden Wertekonflikte, das Zusammentreffen ganz unterschiedlicher Lebens- und Glaubenskonzepte.
Das Zusammenleben in einer demokratisch verfassten Staatsgemeinschaft ist ohne Auseinandersetzung unter allen Betroffenen über ihre Interessen nicht denkbar. Konflikte und eine geordnete Auseinandersetzung darüber sind sozusagen betriebsnotwendig und damit nichts Schlechtes. Die Qualität der Gemeinschaft misst sich an der Qualität dieser Auseinandersetzung und an ihrer Fähigkeit, ziel- und konsensorientiert über ihre Differenzen zu verhandeln. Ohne Konflikt keine demokratische Gesellschaft.
In einer Welt, wo diese Auseinandersetzung immer erbitterter und respektloser geführt wird, erinnern wir uns an die Haltung Jesu: Er hat Wertekonflikte angesprochen, seine Position vertreten, ist Andersdenkenden aber als Partner und nicht als Gegner gegenüber getreten. Dieses Konzept vertreten die Schweizer Kirchen: Auch im Konflikt Partner sein und nicht Gegner.
Vertreter nicht-christlicher Glaubensgemeinschaften und anderer als der uns vertrauten Lebens-Modelle als Partner zu betrachten, ist nicht nur eine Frage des Re-spekts und des Anstandes, sondern einfach Grundvoraussetzung gelingender Kommunikation: Erst wenn wir uns alle bewusst sind, dass wir Partner im Konflikt sind, weil wir nämlich ein gemeinsames Problem zu lösen haben, erst dann kann die Debatte über die Gestaltung unserer Willensgemeinschaft Schweiz mit der nötigen Ernsthaftigkeit und Beharrlichkeit in der Sache geführt werden.
Diese Anstrengung, diese Disziplin in der Grundhaltung gegenüber Andersgläubigen, Andersdenkenden und Andershandelnden müssen wir uns alle abverlangen, wenn das Zusammenleben in der Schweiz auch in Zukunft gelingen soll – gerade auch in Zeiten, in denen Schlagabtausch medienwirksamer und stärker applaudiert wird als das Bemühen um vertiefte Diskussion und nachhaltige Konfliktbewältigung.
Seien wir also Partner im Konflikt, mutig und phantasievoll in der Auseinandersetzung – Gott möge uns beistehen.“
Bettagskollekte für die Frauenhilfe
Die Bettagskollekte kommt gemäss dem Beschluss der Evangelisch-reformierten Synode der Arbeit der Evangelischen Frauenhilfe St.Gallen-Appenzell (EFH) zugute. Die EFH leistet professionelle Sozialarbeit mit nachhaltiger Wirkung für Frauen und deren Angehörige aus den Kantonen St.Gallen und beider Appenzell. In ihrer Anlauf- und Beratungsstelle finden Frauen, die in Not geraten sind, nicht nur finanzielle Unterstützung. Eine fachlich kompetente Sozialarbeiterin versucht gemeinsam mit den Klientinnen, bestmögliche Hilfe zu finden. Ziel ist es, Betroffene schrittweise wieder in die Selbständigkeit zu führen und ihr Selbstvertrauen zu stärken. |
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Hans Ruedi Fischer (fis); Arbeitsstelle Kommunikation,
10.09.2007 |
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