Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Breites Bündnis für mehr Entwicklungshilfe Kampagne „0,7% - Gemeinsam gegen Armut“ auch in St.Gallen



 
Die Schweiz soll sich stärker für die Uno-Millenniums-Entwicklungsziele engagieren. Brot für alle hat zusammen mit über 60 Organisationen eine Petition lanciert. Sie verlangt von Parlament und Bundesrat, die Entwicklungsausgaben bis 2015 sukzessive auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen und damit dem Beispiel unserer europäischen Nachbarländer zu folgen. Die Kampagne wurde im Vorfeld des 7.7.07 gestartet, der die Halbzeit bei der Umsetzung der Millenniums-Entwicklungsziele markiert. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK unterstützt die Kampagne und bittet die Kirchgemeinden, sich dafür einzusetzen. In St.Gallen tut dies die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen auf Anregung ihrer Kommission für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Aktiv dabei ist auch die Arbeitsstelle Kirche im Diakog der Ref.Kantonalkirche.
 
Der Bundesrat habe mehrmals bekräftigt, er stehe hinter den Uno-Millenniumszielen, erklärte Bastienne Joerchel von der entwicklungspolitischen Arbeitsgemeinschaft Alliance Sud namens des Aktionsbündnisses ″0,7 % - Gemeinsam gegen Armut″. Den verbalen Beteuerungen seien aber keine konkreten Taten gefolgt. Während die 15 ″alten″ EU-Länder 2005 beschlossen hätten, ihre Entwicklungsbudgets bis 2015 auf mindestens 0,7 Prozent BNE zu erhöhen, handle die Schweiz widersprüchlich. 2005 habe der damalige Bundespräsident Samuel Schmid vor der Uno-Generalversammlung angekündigt, der Bundesrat werde für nach 2008 eine Erhöhung des Prozentziels ins Auge fassen. Doch im November 2006 habe der gleiche Bundesrat beschlossen, das Ausgabenwachstum für alle Bundesaufgaben (ausser Bildung) auf jährlich maximal 2 Prozent zu begrenzen. Damit würde die Entwicklungshilfe bis 2015 auf unter 0,4 Prozent sinken. ″Bleibt der Bundesrat bei diesem Beschluss, so ist die Schweiz das einzige Land Europas, dessen Politik den Millenniumszielen entgegenläuft″, kritisierte Joerchel.
Die Millenniumsziele der Uno wurden 2000 beschlossen und wollen bis 2015 die schlimmste Armut und den Hunger halbieren sowie den Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen, Gesundheit und Bildung massiv verbessern. In den ersten sechs Jahren der Umsetzung sei einiges erreicht worden, erklärte Melchior Lengsfeld, Präsident von Alliance Sud und Geschäftsleiter von Helvetas. Aber es sei ″bei weitem nicht genug″, um alle Ziele in allen Ländern bis 2015 erreichen zu können. Dazu müssten alle Regierungen mehr leisten. Es sei ″beschämend, wenn sich die reiche Schweiz nicht an ihr Versprechen halte und bei der Solidarität mit den Ärmsten spare″, so Lengsfeld.


Mehr Mittel für Wasser, Bildung und Umwelt

Das Aktionsbündnis ″0,7 % - Gemeinsam gegen Armut″ will dies nun ändern. In einer Petition fordert es Bundesrat und Parlament auf, einen angemessenen Beitrag an die Millenniumsziele zu leisten und dazu die Entwicklungshilfe bis 2015 auf 0,7 Prozent BNE zu erhöhen. Dies würde eine markante Steigerung bedeuten. Das Aktionsbündnis schlägt vor, damit gezielt Schwerpunkte zugunsten der Millenniumsziele zu setzen. Im Vordergrund stünden drei Bereiche, erklärte Markus Mader, Geschäftsführer der Stiftung Kinderdorf Pestalozzi, vor den Medien: die Unterstützung armer Länder bei der Bewältigung des Klimawandels und der Versorgung mit umweltfreundlichen Energien; der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Anlagen sowie die Förderung der Bildung auf allen Stufen. Alle drei Bereiche seien zentral für die Überwindung der Armut, in allen drei brauche es viele zusätzliche Finanzmittel, und in allen drei verfüge die Schweiz über Know-how und Erfahrungen, erklärte Mader.


Am 7.7.07 für 0,7 in Bern

Die Kampagne ″0,7 % - Gemeinsam gegen Armut″ wird von über 60 Organisationen getragen, darunter viele Entwicklungsorganisationen, Jugend- und Umweltverbände wie WWF, Greenpeace und Pro Natura, die Landeskirchen, die evangelischen und katholischen Frauenorganisationen, Amnesty international, der Schweizerische Gewerkschaftsbund und Travail Suisse. Am 7.7.07, der symbolischen Halbzeit bei den Millenniumszielen, findet auf dem Bundesplatz in Bern ein Aktionstag mit Musik und Politprominenz statt, u.a. mit Mary Robinson, der ehemaligen Uno-Hochkommissarin für Menschenrechte.


Am 15.9.07 in St.Gallen:

Interreligiöse Brotfeier mit Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey als Hauptrednerin (weitere Informationen und Aufruf zur Unterstützung unten).
 
Martin Breitenfeldt; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
31.05.2007

 
Weiterführende Links:
 HIER INFORMIEREN UND PETITION ONLINE UNTERSCHREIBEN!
 AUCH EVANGELIKALE MACHEN MIT
 
Weiterführende Infos als Dateidownload:
 EINLADUNG ZUR MITTRÄGERSCHAFT IN ST.GALLEN
 

 
 
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