Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

ZUM BETTAG: BUNDESPRÄSIDENTIN CALMY-REY AUF KUNGEBUNG GEGEN DEN HUNGER



 
Die Vorbereitungen zur interreligösen Mahnfeier mit Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey am Vorabend des Bettag (Sa., 15.September) laufen auf Hochtouren. In reformierten Kirchgemeinden, katholischen Pfarreien und in den Religionsgemeinschaften, aber auch an drei Ständen in St.Gallens Fussgängerzone soll vorab auf das Anliegen hingewiesen werden. Ziel ist es, etwa zweitausend Menschen und möglichst viele Unterschriften zusammen zu bringen, um dem Anliegen Nachdruck zu verleihen.
 
Tag für Tag sterben zwischen 30'000 und 40'000 Menschen an den Folgen des Hungers. Im Jahr 2000 unterschrieben 189 Regierungsvertreter eine Erklärung, deren Ziel es ist, den Anteil der Weltbevölkerung, die mit weniger als einem US-Dollar pro Tag auskommen muss, bis 2015 von 19 % auf unter 10 % um die Hälfte zu reduzieren. Um dieses ambitiöse Ziel zu erreichen, ist es unerlässlich, dass die finanzkräftigen Industriestaaten zukünftig 0.7 % ihres Bruttosozialproduktes (BSP) für die Entwicklungszusammenarbeit einsetzen. Dazu haben sie sich bereits Mitte der 70er Jahre in einem UNO-Vollversammlungsbeschluss verpflichtet.

Seither sind 30 Jahre vergangen und es hat sich auch in der Schweiz nicht genug getan. Die Summe der schweizerischen Entwicklungshilfegelder hat sich zwar erhöht, dies aber nur, weil das Asylwesen nun plötzlich auch als Entwicklungshilfe eingestuft wird. Eine Erreichung von 0.7% wird dabei weder im Moment noch bis 2015 offiziell angestrebt. Aktuell werden 0.44% in die Entwicklungshilfe investiert. Und aus dem Bundesrat selbst dringen Zweifel am Sinn der Entwicklungszusammenarbeit.

Protestantischerseits verlangen darum landeskirchliche „Brot für alle“ ebenso wie die der Evangelischen Allianz nahestehende Aktion „Stopp Armut 2015“ von der Regierung, dass die Finanzierung der Entwicklungshilfe gesichert bleibt. Die kirchlichen Hilfswerke und ihre Partner fordern die Umsetzung der Versprechen ein und lancieren ab dem 7.7. eine landesweite 0,7%-Kampagne.

Am Vorabend des Bettages werden dann in 7 Schweizerstädten Mahnfeiern gegen den Hunger abgehalten werden, so auch auf dem Klosterplatz St.Gallen. Anlässlich der Interreligiösen Dialog und Aktionswoche sind nicht nur die christlichen Kirchen, sondern auch die übrigen Religionsgemeinschaften und ihre Mitglieder eingeladen, ihr spirituelles und menschliches Potenzial gegen den Skandal des Hungers aufzubringen.

Initiator der Aktion in St.Gallen ist der römisch-katholische Theologe Peter Oberholzer (St.Gallen-Heiligkreuz). Die Arbeitsstelle ″Kirche im Dialog″ ist an der Vorbereitung und Durchführung aktiv beteiligt. Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Appenzell-St.Gallen und ihre Kommission für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung unterstützt die Aktion, ebenso der interreligiöse Initiativkreis der ökumenischen Haldenkirche. Der Runde Tisch der Religionen hat bereits einen Grundsatztext für den Anlass vor. Eine gemischte Spurgruppe zur Vorbereitung hat sich bereits zusammen gefunden. Weitere Gruppen oder Einzelpersonen, die sich engagieren möchten, wenden sich an die Arbeitsstelle Kirche im Dialog.
 
Martin Breitenfeldt; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
06.09.2007

 
Weiterführende Links:
 UN-Millenniumkampagne
 UN-Dokumente zum interreligiösen Handeln (engl., frz., span., arab.)
 
Weiterführende Infos als Dateidownload:
 Evangelische Allianz: Argumente Petition 0,7% Plus
 

 
 
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