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Gefährliche Apokalyptik?
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Am Montagabend, 26. Februar, sprechen in St.Gallen das Autorenehepaar Victor und Victoria Trimondi über «Politik, Glaube und Terror im Zeichen der Apokalypse». Der Vortrag beendet den Vortragszyklus «Fragwürdige Johannesoffenbarung», mit dem das Evangelisch-reformierte Forum St.Gallen verschiedene Deutungen des letzten Buches der Bibel vorgestellt hat. |
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Apokalyptische Deutungen der Politik waren bis zur Aufklärung fast gemeingut. Die Neuzeit mit ihrer historischen Sicht der Apokalyptik und der Trennung von Kirche und Staat vertrieb die apokalyptischen Endzeiterwartungen aus der Öffentlichkeit, sie überlebten auf dem europäischen Kontinent abseits bei Sekten und fundamentalistischen Gruppen. Anders in Amerika, in Israel oder in zahlreichen islamischen Ländern, wo apokalyptisches Gedankengut vom Endkampf oder der eigenen Weltherrschaft (bei allen drei monotheistischen Religionen finden sich solche) in den Medien, aber auch in der Politik große Resonanz finden.
Victor und Victoria Trimondi haben in Jahr 2006 eine umfassende und viel diskutierte Studie vorgelegt, in der sie den Einfluss fundamentalistischer Apokalypseinterpretation auf die aktuelle Weltpolitik untersucht haben, insbesondere im Zusammenhang mit den Konflikten im Nahen- und Mittleren Osten. Der größte Teil ihrer Studie ist dem Bibelverständnis christlicher Gruppierungen in Nordamerika (zusammengefasst als „Christliche Rechte“), der als «religiöser Zionismus» bezeichneten Strömung innerhalb des Judentums und den religiösen Begründungen des politisch agierenden Islamismus gewidmet. Die Autoren warnen vor der wachsenden Popularität solcher mit religiösen Gründen zu Gewalt aufrufenden Schriften, die zunehmend auch in Europa Anklang finden.
Inwiefern die Apokalypse des Johannes, das letzte Buch der Bibel, als heilige Schrift gelten kann, war selbst in der Christentumsgeschichte oft umstritten. Die Ostkirche lehnte sie bis ins 4. Jahrhundert ab, Luther hätte sie lieber nicht in der Bibel gehabt, da sie ein den Evangelien widersprechendes Jesusbild zeige und zum Sektierertum verleite. Trotzdem hat das Buch zu allen Zeiten das Denken und vor allem die Kunst im Abendland befruchtet und angeregt. Die heutige Schultheologie würdigt die Apokalypse als ein Stück altchristlicher Literatur mit aufschlussreichen Studien. Unbehelligt davon finden populäre Schriften mit fundamentalistischen Deutungen großen Absatz. Wie weit damit auch die politische Kultur des Westens betroffen werden könnte, soll an dem Abend mit dem Ehepaar Trimondi diskutiert werden. |
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Andreas Schwendener; Arbeitsstelle kirchliche Erwachsenenbildung,
26.02.2007 |
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