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Reformiert
Was heisst "evangelisch-reformiert"? Die reformierten Kirchen
haben ihre Wurzeln in der Reformation des 16. Jahrhunderts. Massstab
der Erneuerung war das Wort der
Bibel, welches nach ihrem Verständnis das Christsein bestimmt. "Evangelisch-reformierte
Kirche" bedeutet: nach dem Evangelium gestaltete Kirche.
Sichtbar wird dieses Selbstverständnis im Innern der Kirchen.
Der Raum ist auf die Kanzel ausgerichtet. Im vorderen Teil befindet
sich der Abendmahlstisch mit der Bibel. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes
steht die Lesung eines Bibeltextes und dessen Auslegung in der
Predigt.
Die reformierte Tradition betont die Mündigkeit ihrer Kirchenmitglieder
in Glaubensfragen, ("Priestertum aller Gläubigen").
Sie ist demokratisch verfasst. Dementsprechend gross ist die Verantwortung
des Einzelnen und der Kirchgemeinden.
55 Kirchgemeinden bilden die
Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen; der Schweizerische
Evangelische Kirchenbund
(SEK) umfasst die 26 Kantonalkirchen der Schweiz; weltweit 218
Kirchen haben sich im Reformierten Weltbund zusammengeschlossen.
In der Schweiz sind mehr als 2,5 Millionen Menschen Mitglied der reformierten
Kirchen, weltweit sind es 75 Millionen.
Ausgehend von der Wirksamkeit der schweizerischen
Reformatoren Huldrych Zwingli, Heinrich Bullinger, Jean Calvin und Joachim Vadian
entfaltete die reformierte Theologie eine grosse Ausstrahlung,
nicht nur auf kirchlich-theologischer Ebene.
Vieles, was uns heute in den Bereichen Bildung und Recht, Fürsorge,
Staatsorganisation und Ethik selbstverständlich scheint, ist
reformiertem Denken und Handeln zu verdanken. Auch heute setzen
die Reformierten richtungweisende Impulse für das politische,
kulturelle und religiöse Leben in der Schweiz.
Pfr. Markus Anker, St. Gallen
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